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Roadmap zeigt Weg zur klimaneutralen Feuerverzinkung

Mit Effizienzmaßnahmen und Strom aus erneuerbaren Energien zur klimaneutralen Feuerverzinkung.

Die deutsche Feuerverzinkungsindustrie kann ihre Treibhausgasemissionen bis 2045 um rund 90 Prozent gegenüber 1990 senken. Das zeigt die aktuelle Studie „Roadmap Feuerverzinken“, die das Öko-Institut im Auftrag des Bundesverbands Feuerverzinken erstellt hat. Zentrale Hebel dafür sind Energieeffizienzmaßnahmen, die Elektrifizierung der Verzinkungsöfen, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Einsatz von Low-Carbon-Zink. 

Die Feuerverzinkungsindustrie steht vor einer anspruchsvollen, aber technisch machbaren Transformation. Die Technologien für die Elektrifizierung der Prozesse sind vorhanden – die Branche kann umstellen.
Carl-Otto Gensch
Bereichsleiter, Produkte & Stoffströme

Die Studie legt dar, dass dafür jetzt vor allem verlässliche Rahmenbedingungen notwendig sind: ausreichend erneuerbarer Strom, ein beschleunigter Netzausbau und planbare Netzanschlüsse. Die Roadmap richtet sich sowohl an die Unternehmen der Feuerverzinkungsindustrie als auch an politische Entscheidungsträger*innen und zeigt konkrete Maßnahmen zur Rohstoff- und Energieversorgung, Effizienzsteigerung und zur Umgestaltung industrieller Prozesse auf.

Branche hat spezifische Emissionen bereits mehr als halbiert

Das Feuerverzinken ist ein zentrales Verfahren, um Stahl vor Korrosion zu schützen. Verzinkte Stahlteile finden in zahlreichen Bereichen Anwendung, etwa im Bauwesen, im Fahrzeug- und Maschinenbau, in der Landwirtschaft sowie in Gewerbe und Industrie. Die Roadmap betrachtet sowohl die historische Entwicklung seit 1990 als auch mögliche Transformationspfade bis 2045.

Die Analyse zeigt: Bereits zwischen 1990 und 2025 konnte die Branche ihre Treibhausgasemissionen deutlich senken. Absolut gingen die Emissionen der Feuerverzinkung von Stahl um rund 30 Prozent zurück. Bezogen auf eine Tonne verzinkten Stahl wurden die spezifischen Treibhausgasemissionen durch Energieeffizienzmaßnahmen und eine optimierte Rohstoffnutzung sogar mehr als halbiert.

Elektrifizierung der Verzinkungsöfen als zentraler Hebel

Die Roadmap identifiziert mehrere zentrale Stellschrauben, mit denen sich die Emissionen bis 2045 weiter mindern lassen. Dazu gehören zusätzliche Energieeffizienzmaßnahmen, die Umstellung der Beheizung der Verzinkungsöfen auf Strom, der weitere Ausbau erneuerbarer Energien und der Bezug von Zink mit deutlich geringeren Vorkettenemissionen.

Eine besondere Rolle spielen dabei die Emissionen aus der Bereitstellung und Aufbereitung von Zink. Diese entstehen überwiegend außerhalb Deutschlands, sind aber für die Klimabilanz der Branche relevant. Ihr Anteil an den gesamten modellierten Treibhausgasemissionen der Feuerverzinkung liegt je nach Jahr deutlich im zweistelligen Bereich und steigt in den Zukunftsszenarien relativ an, wenn die direkten energiebedingten Emissionen sinken.

Ambitionierte Anreize sparen zusätzliche 250.000 Tonnen CO₂ ein

Die Studie zeigt außerdem, dass ambitionierte Dekarbonisierungsanreize zu zusätzlichen Minderungen beitragen können. In einem entsprechenden Szenario könnten kumuliert rund 250.000 Tonnen CO₂-Äquivalente zusätzlich eingespart werden. Investitionen in Effizienz, Elektrifizierung und der Einsatz klimafreundlicherer Rohstoffe können den Klimaschutzbeitrag der Feuerverzinkungsindustrie erhöhen. 

„Die Roadmap zeigt eine hohe Transformationsbereitschaft in der Industrie. Gleichzeitig kann die Branche die Umstellung nicht allein stemmen“, so Gensch. „Für elektrifizierte Anlagen braucht es leistungsfähige und verlässliche Anschlüsse an das Stromnetz sowie einen schnelleren Netzausbau. Hier sind insbesondere die Verteilnetzbetreiber gefragt.“ 

Auch müsse die Politik die Transformation in der Industrie weiter absichern – vor allem durch den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und verlässliche Investitionsbedingungen.

Studie „Roadmap Feuerverzinken 2045: Der Weg zum treibhausgasneutralen Feuerverzinken in Deutschland“

Diese Studie entstand in der Öko-Institut Consult GmbH.