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Policy Brief - Bausteine für eine soziale Wärmewende im Mietwohnbereich

Die Studie untersucht, wie eine sozial ausgewogene Wärmewende im Mietwohnbereich gelingen kann. Ausgangspunkt ist ein strukturelles Spannungsfeld: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung wohnt zur Miete, viele Miethaushalte sind bereits heute durch hohe Wohn- und Energiekosten belastet, zugleich besteht ein erheblicher Modernisierungsbedarf im Gebäudebestand. Besonders betroffen sind Haushalte mit niedrigen Einkommen, die überdurchschnittlich durch Miete und Heizkosten belastet sind und kaum Einfluss auf Heizsysteme oder Sanierungsentscheidungen haben.

Im Zentrum steht das Vermietenden-Mietenden-Dilemma: Vermietende entscheiden über Investitionen in Gebäude und Wärmeversorgung, während Mietende die laufenden Energiekosten tragen. Die Studie zeigt, dass bestehende Instrumente wie Modernisierungsumlage, CO₂-Kostenaufteilung oder Förderprogramme dieses Problem nur teilweise lösen. Vorgeschlagen wird daher ein Instrumentenmix aus vier Bausteinen.

Erstens sollen Sanierungsanreize sozialverträglicher ausgestaltet werden, etwa durch eine Begrenzung regelmäßiger Mieterhöhungen, ein Mieterhöhungsverbot bei energetisch besonders schlechten Gebäuden, eine Reform der Modernisierungsumlage und Förderboni für sozial orientierte Vermietende. Zweitens sollen Wärmekosten bezahlbar bleiben, unter anderem durch stärkere Beteiligung von Vermietenden an fossilen Heizkosten, Regulierung von Fernwärmepreisen, Entlastungen beim Wärmepumpenstrom und gering-investive Effizienzmaßnahmen. Drittens empfiehlt die Studie, sozialen Wohnungsbau und Wohngemeinnützigkeit stärker auf Bestandssicherung, energetische Modernisierung und langfristige Mietpreisbindung auszurichten. Viertens sollen Quartiersansätze in Stadt und Land genutzt werden, um Klimaschutz gezielt in sozial benachteiligten Wohngebieten voranzubringen.

Insgesamt macht die Studie deutlich: Eine erfolgreiche Wärmewende im Mietwohnbereich erfordert ambitionierten Klimaschutz, wirksamen Mieterschutz und verlässliche Investitionsbedingungen zugleich. Verzögerungen würden langfristig höhere Kosten für Staat und Haushalte verursachen, während gut austarierte Reformen bezahlbares klimaneutrales Wohnen auch für Mietende ermöglichen können.