Kommunale Wärmeplanung in Deutschland
Die Studie wertet in der zweiten Runde des Projekts KOMpare 377 verfügbare kommunale Wärmepläne für 938 Kommunen aus. Analysiert werden der heutige und bis 2045 geplante Wärmemix, Bedarfsentwicklungen, Sanierungsannahmen, Prozesswärme und Treibhausgasemissionen. Im Ist-Zustand entfallen rund drei Viertel der Wärmeversorgung auf Erdgas und Heizöl. Bis 2045 sehen die Pläne einen nahezu vollständigen Ausstieg aus fossilen Energieträgern vor. Wärmepumpen und leitungsgebundene Wärmeversorgung bilden das Rückgrat der Zielbilder: Wärmepumpen decken rund 41 Prozent, Wärmenetze 36 Prozent des Wärmebedarfs. Damit werden die Ergebnisse der ersten Auswertung bestätigt. Größere Kommunen setzen stärker auf Wärmenetze, kleinere häufiger auf dezentrale Wärmepumpen und teilweise Biomasse. Wasserstoff bleibt mit rund 6 Prozent eine Ergänzungsoption; etwa zwei Drittel der Kommunen planen 2045 keinen Einsatz. Vorgesehen ist Wasserstoff vor allem für industrielle Hochtemperaturprozesse und Spitzenlasten, kaum für dezentrale Raumwärme.
Parallel sinkt der angenommene Endenergiebedarf für Wärme bis 2045 um rund 29 Prozent, vor allem durch energetische Sanierungen. Viele zugrunde gelegte Sanierungsraten liegen deutlich über historischen Werten. Werden sie nicht erreicht, müssen Netze und Erzeugungskapazitäten höhere Lasten bewältigen. Die aggregierten Treibhausgasemissionen gehen bis 2045 um 94,6 Prozent zurück. Kritisch ist zudem, dass der geplante Einsatz biogener Energieträger lokale Potenziale überschreitet. Prozesswärme wird meist nicht ausreichend von Raumwärme und Warmwasser getrennt, sodass Bedarf und künftige Deckung nicht belastbar quantifizierbar sind. Unterschiede zwischen Dienstleistern deuten auf mögliche methodische Einflüsse hin.