Analyse der Nachhaltigkeitswirkung von Alternativen zum Pestizideinsatz und darauf aufbauende Untersuchung mehrdimensionaler Zielkonflikte - AZ 37279/01
Der Abschlussbericht dokumentiert die Ergebnisse des Projekts „Analyse der Nachhaltigkeitswirkung von Alternativen zum Pestizideinsatz und darauf aufbauende Untersuchung mehrdimensionaler Zielkonflikte“. Untersucht wurden zehn DBU-geförderte Vorhaben zur Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt. Im Mittelpunkt standen nicht-chemische und integrierte Ansätze des Pflanzenschutzes, darunter Heißwasser- und Precision-Weeding-Verfahren, Nützlingsrollwiesen, Blühstreifen und Offene-Zucht-Systeme, induzierte Resistenz im Hopfenanbau, biologische Vergrämungsmittel, spritzbare Mulchmaterialien, reihenbezogener Ackerbau sowie digitale Monitoring- und Modellierungsinstrumente.
Die Analyse zeigt, dass in unterschiedlichen Kulturen erhebliche Reduktionspotenziale für Herbizide, Insektizide und Akarizide bestehen. Je nach Verfahren reichen die erwarteten Einsparungen von Teilreduktionen bis hin zu einem weitgehenden oder vollständigen Ersatz bestimmter Pestizidanwendungen. Dadurch können Belastungen von Oberflächengewässern, Böden, Nichtzielorganismen und landwirtschaftlichen Ökosystemen verringert sowie Beiträge zum Schutz der Biodiversität geleistet werden.
Begleitende orientierende Ökobilanzen wurden unter anderem für Heißwasser-Beikrautregulierung, spritzbares Mulchmaterial und Nützlingsrollwiesen durchgeführt. Sie zeigen, dass pestizidarme Alternativen teils zusätzliche Energie-, Wasser-, Rohstoff- oder Flächenaufwendungen verursachen. Diese Zielkonflikte sind jedoch in mehreren Fällen im Verhältnis zu den erwarteten Umweltentlastungen vertretbar oder durch technische Weiterentwicklung, angepasste Anwendungsmengen und Kombinationen mit weiteren Maßnahmen reduzierbar.
Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung methodischer Hilfen zur Nachhaltigkeitsbewertung und zur strukturierten Analyse mehrdimensionaler Zielkonflikte. Die vorgeschlagene Vorgehensweise unterstützt Forschung, Beratung und Praxis dabei, ökologische Vorteile, Ressourceneffekte, Kosten, Biodiversitätswirkungen und Umsetzungsbedingungen transparent zu bewerten. Insgesamt zeigt der Bericht, dass Alternativen zum Pestizideinsatz einen wichtigen Beitrag zu Gewässerschutz, Biodiversität und nachhaltiger Landwirtschaft leisten können, wenn sie standort- und kulturspezifisch weiterentwickelt und breit in die Praxis übertragen werden.
Das Projekt wurde gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)