Energieimporte kosten Deutschland Milliarden – Energiewende stärkt wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit
Die Versorgungssicherheit steigt durch die Energiewende
© Öko-Institut / Ilja C. Hendel
Deutschland hat im Jahr 2025 rund 76 Milliarden Euro für Energieimporte ausgegeben, dies zeigt eine neue Analyse des Öko-Instituts im Auftrag des WWF Deutschland. Die Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Energieträgern ist damit weiterhin hoch. Doch es gibt Alternativen: Allein durch die Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Wärmeversorgung könnten langfristig Kosten für fossile Energieimporte im Wert von rund 30 Milliarden Euro jährlich eingespart werden.
Europa stark von fossilen Energieimporten abhängig
Die Studie untersucht die Entwicklung des Energieaußenhandels Deutschlands und der EU von 2015 bis zum ersten Halbjahr 2026 sowie die damit verbundenen Kosten. Betrachtet werden die Importe und Exporte von Kohle, Rohöl und Mineralölprodukten, Erdgas, Biomasse, Kernbrennstoff und Strom. Trotz insgesamt sinkender Importmengen bleibt die Abhängigkeit hoch: Im Jahr 2025 deckte die EU rund 57 Prozent ihres Primärenergiebedarfs durch Nettoimporte, Deutschland rund 66 Prozent.
Besonders groß ist die Abhängigkeit bei Mineralöl und Erdgas. Deutschland importiert nahezu seinen gesamten Mineralölbedarf und rund 90 Prozent seines Erdgases. Während die Kohleimporte in der EU seit 2015 um rund 60 Prozent zurückgingen, veränderten sich die Erdgasimporte insgesamt kaum. Allerdings hat sich ihre Struktur deutlich verschoben: Der Anteil von verflüssigtem Erdgas (LNG) stieg von knapp zehn Prozent im Jahr 2015 auf über 40 Prozent im Jahr 2025.
Hohe Importkosten trotz sinkender Energiemengen
Die Preissteigerungen auf den internationalen Energiemärkten haben die Kosten für Energieimporte erheblich erhöht. Obwohl die EU 2025 rund zehn Prozent weniger Energie importierte als 2015, beliefen sich ihre Nettoimportkosten auf 296 Milliarden Euro. Ohne Abzug der Energieexporte waren es 399 Milliarden Euro. Besonders stark war die Belastung im Jahr zu Beginn des Ukrainekrieges, als die europäischen Energieimportkosten nahezu das 2,8-Fache des Niveaus von 2015 erreichten.
In Deutschland gingen die importierten Energiemengen zwischen 2015 und 2025 um etwa ein Viertel zurück. Dennoch lagen die Nettoimportkosten 2025 bei rund 76 Milliarden Euro. Im Jahr 2022 hatten sie mit 143 Milliarden Euro einen Höchststand erreicht.
„Die Entwicklung zeigt, dass sinkende Importmengen allein nicht ausreichen, um die wirtschaftlichen Risiken fossiler Energieabhängigkeit zu begrenzen. Solange Deutschland große Mengen Öl und Gas importiert, bleibt die Volkswirtschaft anfällig für internationale Preisschwankungen“, so Matthes. „Eine beschleunigte Energiewende ist deshalb auch eine Investition in wirtschaftliche Stabilität und Garant für einen größere Unabhängigkeit.“
Studie „Energieimporte nach Deutschland und in die Europäische Union“ des Öko-Instituts
Diese Studie entstand in der Öko-Institut Consult gGmbH.