Biomethan gezielt einsetzen statt breit verheizen
Klimafreundliche Technologien sollten vor Biomethan verwendet werden
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Diese Woche wurde das Eckpunktepapier zur Grüngasquote veröffentlicht, das festlegt, wie hoch die Menge an klimafreundlichen Brennstoffen sein muss, die Inverkehrbringer ins Gasnetz einspeisen. Durch die Grüngasquote und das Gebäudemodernisierungsgesetz rückt Biomethan stärker in den Fokus der Wärmewende. Die Gesetze könnten den Bedarf deutlich steigern, da neue Gas- und Ölheizungen künftig schrittweise mit mehr klimafreundlichen Brennstoffen betrieben werden müssen. Ein Bericht des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt jedoch: Nachhaltiges Biomethan ist knapp und sollte deshalb gezielt dort eingesetzt werden, wo klimafreundliche Alternativen fehlen.
Nachhaltige Potenziale sind begrenzt
Die Studie analysiert Potenziale, Nachfrage und Einsatzmöglichkeiten von nachhaltigem Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen. Ihr zentrales Ergebnis: Biomethan kann dazu beitragen, fossile Energieträger zu ersetzen, eignet sich aber nicht als breite Lösung für die Energiewende. Wo möglich, sollten strombasierte Alternativen wie Wärmepumpen, Elektrofahrzeuge sowie Wind- und Solarstrom Vorrang haben.
Schon der für 2045 erwartete Mindestbedarf von 208 Terawattstunden liegt weit über dem maximal mobilisierbaren, nachhaltigen Potenzial von rund 60 Terawattstunden aus Rest- und Abfallstoffen. Dabei könnte die Nachfrage durch neue Vorgaben im Gebäudebereich und im Schiffsverkehr deutlich höher ausfallen. 2024 wurden erst 10 Terawattstunden aus allen Biomethanquellen eingespeist, das entspricht 1,2 Prozent des gesamten deutschen Erdgasbedarfs.
Wärmewende: Wärmepumpen meist die bessere Wahl
Biomethan breit im Gebäudesektor einzusetzen, ist laut der Studie besonders kritisch. Zwar konnte das im Juli 2026 in Kraft getretene Gebäudemodernisierungsgesetz in der Studie nur in seiner Entwurfsfassung und nicht in der Endfassung berücksichtigt werden. Dennoch könnte Biomethan durch die nun geltenden Regelungen maßgeblich sein, um die stufenweise steigenden Mindestanteile erneuerbarer Energien für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen zu erfüllen. Die Bio-Treppe schreibt ab 2029 zunächst einen Anteil von mindestens zehn Prozent vor, der bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Zusätzlich ist ab 2028 eine Grüngasquote für Anbieter von Erdgas vorgesehen, deren konkrete Ausgestaltung noch gesetzlich geregelt werden muss. Auch sie könnte die Nachfrage nach nachhaltigem Biomethan weiter erhöhen. Laut der Analyse reichen aber die nachhaltigen Potenziale nicht aus, um den stark erhöhten Bedarf zu decken. Zudem sind Wärmepumpen in der Regel wirtschaftlicher.
Diese Studie entstand in der Öko-Institut Consult gGmbH.