Nachhaltiges Biomethan: Potenziale, Einsatz und Alternativen Eine Einordnung der Nutzungshierarchie
Nachhaltiges Biomethan kann fossiles Erdgas direkt ersetzen und damit zur Senkung von Treibhausgasemissionen beitragen. Der Kurzbericht zeigt jedoch: Die nachhaltig verfügbaren Mengen sind begrenzt, die Erschließung vorhandener Potenziale ist anspruchsvoll und Biomethan sollte deshalb gezielt eingesetzt werden.
Die Studie analysiert Biomethanpotenziale in Deutschland und Europa, mögliche künftige Nachfragen sowie Einsatzoptionen in den Sektoren Gebäude, Verkehr, Strom und Industrie. Im Fokus steht nachhaltiges Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen, etwa aus Gülle, Exkrementen, Grünschnitt, Siedlungs- und Industrieabfällen sowie landwirtschaftlichen Reststoffen. Biomethan aus nachwachsenden Rohstoffen wird aufgrund von Flächenkonkurrenzen und höheren Umweltwirkungen nicht als nachhaltiges Potenzial berücksichtigt.
Die Analyse zeigt, dass mobilisierbare nachhaltige Biomethanpotenziale den erwarteten Bedarf nicht decken können. Zusätzliche Nachfrage könnte insbesondere durch die Reform des Gebäudeenergiegesetzes zum Gebäudemodernisierungsgesetz sowie durch Vorgaben im Schiffsverkehr entstehen. Gleichzeitig ist der Biomethanmarkt klein, fragmentiert und anfällig für starke Preisausschläge.
Für die Wärmewende ist Biomethan keine breite Standardlösung. Im Gebäudesektor stehen mit Wärmepumpen, Effizienzmaßnahmen und Wärmenetzen klimafreundliche und häufig kostengünstigere Alternativen zur Verfügung. Auch im Pkw-Verkehr und im Stromsektor sind strombasierte Technologien meist wirtschaftlicher. Vorrangige Einsatzbereiche für Biomethan liegen dort, wo Alternativen zur Dekarbonisierung fehlen oder noch nicht marktreif sind – insbesondere bei industriellen Hochtemperaturprozessen und potenziell im Schiffsverkehr.