Strategien für die Dekarbonisierung der Fernwärme in Deutschland
Fernwärmenetze setzen künftig stärker auf erneuerbare Energien
Foto: HansPeter / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
Das Forschungsprojekt „Wärmewende: Strategien für den Einsatz klimaneutraler Fernwärmetechnologien“ untersucht, wie ausgewählte Technologien gezielt unterstützt werden können, um die Wärmewende zu beschleunigen. Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht liefert Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Großwärmepumpen, unvermeidbare Abwärme, Solarthermie und Großwärmespeichern. Er wurde vom Öko-Institut, HIC Consulting und ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg in Zusammenarbeit mit Praxispartnern erstellt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Die Betreuung des Vorhabens übernahm die Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE).
Wie kann der Markthochlauf klimaneutraler Fernwärmetechnologien beschleunigt werden?
Die im Projekt betrachteten Technologien verfügen über erhebliche Potenziale, um die Wärmeversorgung künftig klimaneutral, wirtschaftlich und resilient zu gestalten. Gleichzeitig stehen ihrem breiten Einsatz bislang vielfältige technische, wirtschaftliche, regulatorische und organisatorische Hemmnisse entgegen. Diese wurden im Rahmen des Projekts systematisch identifiziert und für die einzelnen Technologien mit konkreten Lösungsansätzen und praxisnahen Handlungsempfehlungen für einen beschleunigten Markthochlauf hinterlegt.
Systematische Analyse als Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen
Das Projekt folgte einem einheitlichen methodischen Ansatz. Für jede Technologie wurden zunächst die bestehenden Hemmnisse identifiziert und spezifiziert. Anschließend erfolgte deren Priorisierung gemeinsam mit Stakeholder aus Praxis, Wissenschaft und Verbänden. Ergänzend wurden erfolgreiche Lösungsansätze aus europäischen Nachbarländern analysiert und auf ihre Übertragbarkeit auf Deutschland geprüft. Auf der Grundlage dieser Analysen sowie der Auswertung der wissenschaftlichen Literatur und auf Basis der eigenen Expertise entwickelte das Projektteam konkrete Handlungsempfehlungen für den Abbau der identifizierten Barrieren in jedem der vier Technologiefelder.
Die Ergebnisse zeigen: Neben technologiespezifischen Maßnahmen sind vor allem verlässliche politische und regulatorische Rahmenbedingungen entscheidend, um Investitionen in klimaneutrale Fernwärme zu ermöglichen. Förderinstrumente wie die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), die kommunale Wärmeplanung, der Abbau von Informationsdefiziten sowie langfristige Investitions- und Planungssicherheit bilden wesentliche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markthochlauf.
„Der Ausbau klimaneutraler Fernwärme scheitert heute häufig nicht an den verfügbaren Technologien, sondern an den Rahmenbedingungen. Damit Energieversorger in großem Maßstab investieren können, brauchen sie langfristige Planungssicherheit, verlässliche Förderinstrumente und zügige Genehmigungsverfahren“, sagt Benjamin Köhler, Senior Researcher im Bereich Energie & Klimaschutz des Öko-Instituts. „Dies zeigen die identifizierten zentralen Hemmnisse. Durch den engen Austausch mit Expertinnen und Experten aus der Praxis sowie der Expertise des Projektteams konnten zielgerichtete Lösungsansätze entwickelt werden.“
Breites Expertennetzwerk eingebunden
Die Projektleitung für das Gesamtprojekt und die Federführung für mehrere Arbeitspakete lagen bei HIC Consulting. Als Konsortialpartner brachten die Öko-Institut Consult GmbH sowie das ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ihre wissenschaftliche Expertise ein. Darüber hinaus begleiteten fünf Praxispartner das Projekt mit ihrem Know-how aus Planung, Fernwärmepraxis und internationaler Erfahrung: die AGFW Projekt GmbH, die GEF Ingenieur AG, Consulaqua Hamburg, Ramboll Deutschland sowie PlanEnergi aus Dänemark.
Die Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernahm in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) als Auftraggeber die operative Verantwortung für die Ausschreibung, die Projektdurchführung und die Ergebnissicherung in Form der erstellten Berichte.
Diese Studie entstand in der Öko-Institut Consult GmbH.
Studie „Wärmewende: Strategien für klimaneutrale Fernwärmetechnologien“ von Öko-Institut, HIC, ifeu