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Projekt MobiQ

Ehrenamt braucht Hauptamt – Erfolg für nachhaltige Mobilität

Professionelle Unterstützung und Austausch sichern den Erfolg nachhaltiger Mobilitätsprojekte

Um Kieze und Quartiere in ihrer Mobilität zu verändern, werden Ehrenamtliche gebraucht, die lokale Bedürfnisse erkennen, Dinge anstoßen und voranbringen. Häufig geht es dabei nicht ohne Hilfe: Sie benötigen dafür die Unterstützung von Hauptamtlichen, beispielsweise Mitarbeitende in Kommunalverwaltungen.

Hilfe durch professionelles Personal oder Unterstützung bei der Koordination kann Ehrenamtliche befähigen, ihr Lebensumfeld nachhaltig zu verändern.
Dr. Manuela Weber
Projektmitarbeiterin & Senior Researcher, Ressourcen & Mobilität

Um Projekte dauerhaft in Kommunen umzusetzen, sind Verbindungen zur Kommune und idealerweise auch zum Landkreis unerlässlich. Kommunen können in Absprache Aufgaben übernehmen und die langfristige Tragfähigkeit absichern.

Das zeigt eine neue Untersuchung des Öko-Instituts in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und der Hochschule für Technik Stuttgart. Dabei haben die Forschenden mehrere Reallabore in Baden-Württemberg gemeinsam mit Praxisakteuren durchgeführt und ausgewertet.

Rückschläge als neue Chancen wahrnehmen

Im transdisziplinären Reallabor Mobiq wurde anhand von drei Beispielprojekten untersucht, wie die Mobilität in Wohngebieten nachhaltiger gestaltet werden kann. Dazu wurden in Waldburg, Geislingen und Stuttgart-Rot verschiedene Projekte umgesetzt, etwa ein Lastenrad-Sharing oder soziale Fahrdienste.

Zwischenzeitliche Niederlagen gehören zum Prozess, wenn langfristige Projekte umgesetzt werden. Es ist beispielsweise schwierig, die gesamte Zivilgesellschaft zu integrieren. Häufig treiben einzelne Personen die Projekte voran und sorgen dafür, dass sie sich dauerhaft etablieren. Rückschläge können dazu anregen, Bestehendes zu reflektieren und neue, verbesserte Strategien zu entwickeln. 

Miteinander sprechen für erfolgreiche Projekte

Der Austausch zwischen verschiedenen Akteuren aus Zivilgesellschaft, Kommunalverwaltung und Wissenschaft ist maßgeblich für den Erfolg von Projekten – so eine weitere Erkenntnis aus den Reallaboren. Dabei können Wünsche, Erwartungen und bisherige Erfahrungen miteinander abgeglichen werden. Zugleich vernetzen sich Akteure, bringen eigene Kompetenzen ein und schaffen so die Grundlage für gelingende Projekte. Die Wissenschaftler*innen konnten diesen Prozess im Rahmen des Projekts Mobiq II unterstützen. 

„Wenn sich Maßnahmen aus den Reallaboren erfolgreich umsetzen ließen, sollten sie auch in anderen Regionen vorgestellt werden“, so die Wissenschaftlerin. „Dafür ist ein Austausch zwischen verschiedenen Kommunen erstrebenswert, um erfolgreiche Ansätze und Herausforderungen weiterzutragen.“

Working Paper „Evaluation von Prozessen und Verstetigungspotenzialen in den MobiQ-Reallaboren: Vorgehen und zentrale Erkenntnisse“ 

Dieses Working Paper entstand im Öko-Institut e.V. in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und der Hochschule für Technik Stuttgart.

Weitere Informationen

Meldung „Reallabor MobiQ gibt nachhaltige Mobilitätsideen an die Hand“ vom 17.09.2024

Handbuch „Mobilität gemeinsam gestalten. In 10 Schritten“ des Öko-Instituts