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Mobilitätswende kommunizieren: Was Akzeptanz fördern kann

Wie kann es gelingen, Menschen zur Mobilitätswende zu motivieren? In einem Projekt für das Umweltbundesamt wurden neue Kommunikationsformate entwickelt, die faktenbasiert für klimafreundliche Mobilität sensibilisieren sollen. Jonathan Schreiber stellt sie vor.

Für eine erfolgreiche Mobilitätswende müssen sich nicht nur Infrastruktur und Technologie verändern, sondern auch das Mobilitätsverhalten der Menschen sowie ihre Perspektive auf Politikmaßnahmen. Doch wie kann das gelingen? Hier ist gesellschaftliche Unterstützung von großer Bedeutung. Leicht verständliche Kommunikation kann Menschen motivieren, ihr Verhalten anzupassen und zeitgleich für Klimaschutzmaßnahmen sensibilisieren. Dabei sollten Ansätze im Fokus stehen, die für Klima und Umwelt wirksam, aber auch gut umsetzbar sind. 

Im Projekt „Kommunikationsstrategie für nachhaltige Mobilität und die Mobilitätswende – Kommunikation zu Verkehrsfakten“ für das Umweltbundesamt in Zusammenarbeit mit iRights.Lab wurden genau solche Kommunikationsformate entwickelt. Ein Schwerpunkt des Projekts lag zunächst auf der Frage, welche Zielgruppen mit welchen Botschaften erreicht werden können. Dafür haben wir unterschiedliche Gruppen anhand von Merkmalen wie Mobilitätsverhalten, Einkommen, Wohnort und alltäglichen Wegen untersucht. Je nach Situation bewerten sie bestimmte Faktoren unterschiedlich. Beispielsweise sehen großstädtische Autofahrende Steuern auf den Pkw kritischer als Menschen, die dort eher mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs sind.

Für die Kommunikation bedeutet das: Sie sollte unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen und deutlich machen, welche Folgen, Kosten und Vorteile Veränderungen für verschiedene Gruppen haben können.

Wie Kommunikation aussehen kann, die Akzeptanz fördert

In unserem Projekt haben wir mehr als 3.000 Zeitungs-/Zeitschriftenartikel sowie Social-Media Posts analysiert und Interviews mit Medien-Expert*innen geführt. Daraus leiten wir folgende Empfehlungen für die Kommunikation ab, um Menschen für ein anderes Mobilitätsverhalten zu gewinnen und für Klimaschutz zu sensibilisieren:

  • Über den Wandel von Mobilität sprechen, also die Mobilitätswende als gesellschaftlichen Veränderungsprozess sichtbar machen. 
  • Die Kosten und den Nutzen unterschiedlicher Verkehrsmittel vollständiger darstellen, also etwa die Gesamtkosten eines Pkw, sowie gesellschaftliche Kosten darstellen. 
  • Fragen sozialer Gerechtigkeit verständlich aufgreifen, also etwa Verteilungswirkungen aber auch Daseinsvorsorge darstellen. 
  • Konstruktiv kommunizieren, also alltagsnah, lösungsorientiert und in positiven Bildern sprechen. 

Faktenspielerisch vermitteln

Klimaschutz sollte nicht nur Pflichtaufgabe sein, sondern auch Spaß machen. Gemeinsam mit sogenannten Change Agents aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Praxis hat das Projektteam basierend auf unseren Erkenntnissen verschiedene Kommunikationsformate entwickelt. Damit werden im Projekt Annahmen und Mythen über die Mobilitätswende spielerisch aufgegriffen und mit Fakten hinterlegt. So werden komplexe Themen verständlich sowie praxis- und alltagsnah vermittelt. Gleichzeitig können wir damit verschiedene Zielgruppen erreichen und sie unterhaltsam über verschiedene Fakten der Transformation aufklären. Es wird deutlich: Unterschiedliche Politikmaßnahmen aber auch jede*r Einzelne können etwas zur Mobilitätswende beitragen. 

Als zentrales Ergebnis entstanden drei Kommunikationsprodukte, die unterschiedliche Zugänge zur Mobilitätswende eröffnen:

  • Mobilitätsbingo als niedrigschwelliges Social-Media-Format zur Vermittlung faktenbasierter Informationen,
  • Mobilitätsquartett als spielerisches und dialogorientiertes Instrument zur Auseinandersetzung mit Mobilitätsoptionen und verkehrspolitischen Maßnahmen (physisches Kartenspiel),
  • „Auto Confessions“ als Reel-Reihe, die alltägliche Erfahrungen und Spannungsfelder rund um die Autonutzung aufgreift und alternative Perspektiven eröffnet. 

Jonathan Schreiber ist Experte für Nachhaltige Mobilität und arbeitet im Bereich „Ressourcen & Mobilität“ am Berliner Standort.

Weitere Informationen

UBA-Themenseite „Kommunikation für eine nachhaltige Mobilität“

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