Vorschläge zur Energiekennzeichnung für Strom, Gas, Wasserstoff, Wärme und Kälte als Praxisvorbild für eine europäische Lösung
Die Präsentation stellt ein Forschungsvorhaben zur möglichen Ausgestaltung einer einheitlichen europäischen Energiekennzeichnung vor. Das Projekt wird im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt und soll eine Diskussionsgrundlage für politische Entscheidungsträger, Forschungs- und Beratungsinstitutionen schaffen. Gehalten wurde sie auf der 7. Fachtagung des Herkunftsnachweisregisters für Strom aus erneuerbaren Energiequellen (HKNR) am 3. April 2025.
Im Mittelpunkt steht die Frage, welchen Nutzen Energiekennzeichnungssysteme für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen haben können. Betrachtet werden Haushalte, Organisationen beziehungsweise institutionelle Verbraucher, Betreiber von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energie sowie die Gesellschaft insgesamt. Dafür entwickelt das Projekt einen methodischen Rahmen, mit dem Nutzenkategorien für die einzelnen gesellschaftlichen Gruppen, Kriterien für die Erfüllung der jeweiligen Nutzenkategorien sowie mögliche Designspezifikationen für Kennzeichnungssysteme analysiert werden. Zu den grundlegenden Anforderungen zählen Verlässlichkeit, Genauigkeit, Fehler- und Betrugssicherheit sowie klare zeitliche und geografische Systemgrenzen.
Die Analyse zeigt, dass Energiekennzeichnung je nach Nutzergruppe unterschiedliche Funktionen erfüllen kann: Haushalte können Informationen zu Energiequellen, Umweltwirkungen und Regionalität erhalten; Organisationen können Kennzeichnungsinformationen für Beschaffung, Dekarbonisierungsstrategien, Klimabilanzierung und grüne Claims nutzen; Anlagenbetreiber können sie für Marktzugang, gesteigerte Erlöse und die Erfüllung von Berichtspflichten einsetzen. Auf gesellschaftlicher Ebene adressiert die Analyse mögliche Beiträge zur Energiewende, zur Verringerung von Treibhausgasemissionen, zur Verwaltungseffizienz sowie zu Synergien mit Fördersystemen und mit der Erfüllung bzw. dem Monitoring staatlicher Ausbauziele für erneuerbare Energien.
Diese Präsentation entstand im Rahmen eines Forschungsvorhabens im Auftrag des Umweltbundesamtes in Zusammenarbeit von Öko-Institut, Hamburg Institut und enunda.