Evaluation von Prozessen und Verstetigungspotenzialen in den MobiQ-Reallaboren: Vorgehen und zentrale Erkenntnisse
Die Evaluation der zweiten Phase des Forschungsprojekts MobiQ liefert wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse über Potenziale und Herausforderungen transdisziplinär und co-kreativ entwickelter Mobilitätslösungen auf kommunaler Ebene. Während in Phase I das experimentelle Co-Design im Vordergrund stand, fokussierte MobiQ II die strukturellen Bedingungen transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie Verstetigungsmöglichkeiten durch Ehrenamt und Hauptamt. Die qualitative Prozessevaluation im Sinne eines ko-evaluativen Reallaboransatzes wird durch ausgewählte quantitative Erhebungen ergänzt. Im Zentrum steht die Rekonstruktion von Prozessen an den Standorten Stuttgart-Rot, Waldburg und Geislingen (Steige).
Die Synthese der empirischen Daten verdeutlicht, dass der Erhalt ehrenamtlicher Mobilitätsangebote ein hohes Maß an institutionalisierter Begleitung erfordert. Das Prinzip „Ehrenamt braucht Hauptamt“ erweist sich als Schlüsselbedingung; die Kommune wird als unverzichtbarer „Ermöglicher“ identifiziert. Der Reallaboransatz konnte Möglichkeitsfenster öffnen, administrative Prozesse voranzutreiben und tragfähige Lösungen mit der Praxis zu erarbeiten. MobiQ zeigt, dass Reallabore ihre Wirkung durch das systemische Lernen aus Hürden, die Befähigung lokaler Akteure und das Überführen sozialer Energie in verlässliche Verantwortlichkeiten entfalten. Standortspezifisches Wissen lässt sich dabei in verallgemeinerbare Formate übersetzen. Für Forschung und kommunale Praxis ergibt sich ein klarer Handlungsbedarf: Künftige Förder- und Umsetzungsformate müssen den Übergang von der Erprobung in die dauerhafte Etablierung zivilgesellschaftlich und kommunal getragener Angebote strukturell und finanziell besser absichern. Reallabore stellen die Basis, die in eine agile Verwaltungs- und Stadtentwicklungskultur übergehen muss.