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Schwerpunkt

Rohstoffe und Bergbau

© plainpicture / Melanka Helms

Der Abbau von Rohstoffen stellt stets einen Eingriff in die natürliche Umwelt dar und ist in vielen Bergbauregionen mit großen Umweltschäden verbunden. Je nach Art des Bergbaus

  • werden Naturräume häufig großflächige umgestaltet,
  • gehen Ökosysteme verloren,
  • finden Eingriffe in den Wasserhaushalt statt und
  • werden Böden, Luft, Grund- und Oberflächenwasser mit Schadstoffen belastet.

Das betrifft insbesondere den Abbau abiotischer Primärrohstoffe wie Erze, Kohle, Industrieminerale, Natursteine, Kiese und Sande. Gleichzeitig dringt deren Abbau, aufgrund der steigenden Nachfrage nach Rohstoffen, zunehmend in bisher nicht erschlossene, ökologisch sensible Gebiete vor.

Das Öko-Institut bewertet Rohstoffe und Bergbauprojekte hinsichtlich ihrer Umweltgefährdungspotenziale. Es liefert Ersteinschätzungen zu Bergbauprojekten und gibt Hilfestellungen bei der Priorisierung von Rohstoffen aus Umweltsicht. Die Expert*innen erarbeiten Wissen um bergbauspezifische Umweltprobleme und entwickeln mögliche Gegenmaßnahmen. Dabei schließen sie methodische und datenbezogene Lücken insbesondere für die Prozessschritte in der Produktionskette, die am unmittelbarsten in die Natur eingreifen wie die Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen.

Aktuelles

Infografiken

  • Entwicklung der globalen Lithiumproduktion

    Lithium wird auf zwei unterschiedlichen Wegen abgebaut: 60 Prozent des weltweit abgebauten Rohstoffs stammte im Jahr 2018 aus dem Festgesteinsbergbau in Australien. Ein Viertel stammte aus den Salzseen in Südamerika, in Chile und Argentinien. Sieben Prozent steuerte China bei. Dort wird Lithium sowohl aus Festgestein als auch als Salzseen gewonnen. In den vergangenen Jahren ist die Lithiumgewinnung vor allem in Australien gewachsen. Beide Abbaumethoden – aus Festgestein und aus Salzseen – können unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt und die lokale Bevölkerung haben. Der Abbau von Festgestein, dem so genannten Spodumen in Australien, birgt die gängigen Umweltgefährdungen des Erzbergbaus: Beim Spodumen-Abbau wird sehr viel Energie verbraucht und somit viele Treibhausgasemissionen erzeugt. Zudem gibt es viele Bergbauabfälle. Die bei der Aufbereitung verwendete Schwefelsäure kann bei Handhabungsfehlern in die Umwelt gelangen (BGS 2016).

    Entwicklung der globalen Lithiumproduktion

    Bild05.11.2020
    Lithium wird auf zwei unterschiedlichen Wegen abgebaut: 60 Prozent des weltweit abgebauten Rohstoffs stammte im Jahr 2018 aus dem Festgesteinsbergbau in Australien. Ein Viertel stammte aus den Salzseen in Südamerika, in Chile und Argentinien.
  • Entwicklung der globalen Primärproduktion von Kobalt

    Kobalt wird überwiegend in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen, im Jahr 2018 waren es 70 Prozent der globalen Produktion (USGS 2020 Kobalt). Danach folgen mit großem Abstand Russland (4%), Australien (3%) und die Philippinen (3%). 80 bis 90 Prozent des Kobalts aus dem Kongo wird dort im industriellen Großbergbau gewonnen. Etwa 10 bis 20 Prozent werden allerdings im Kleinbergbau gewonnen. Dieser ist häufig informeller Natur und wird nicht selten mit Kinderarbeit in Zusammenhang gebracht wird. Dieser informelle Kleinbergbau im Kongo bildet für 100.000 Minenarbeiter und ihre Familien eine Lebensgrundlage (Seidler, 2019). Kobalt selbst zählt zwar nicht zu den so genannten Konfliktmineralen. Allerdings entstehen ähnliche Risiken, weil die Ressource artisanal, das heißt manuell mit Schaufel und Spitzhacke, gewonnen wird.

    Entwicklung der globalen Primärproduktion von Kobalt

    Bild05.11.2020
    Kobalt wird überwiegend in der Demokratischen Republik Kongo gewonnen, im Jahr 2018 waren es 70 Prozent der globalen Produktion (USGS 2020 Kobalt). Danach folgen mit großem Abstand Russland (4%), Australien (3%) und die Philippinen (3%).
  • Veranschaulichung der aktuell bekannten Lithiumvorkommen

    Bei den allermeisten Rohstoffen steigen die Reserven trotz größerer Abbaumengen an. Auch die Reserven für Lithium sind trotz steigender Abbaumengen stetig angewachsen von etwa 4 Millionen Tonnen im Jahr 2006 auf 17 Millionen Tonnen im Jahr 2018. Durch die steigende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und damit nach Batterierohstoffen lässt sich beobachten, dass Explorationsausgaben für Lithium und Kobalt gegenüber den Vorjahren ansteigen. Auch die Preise für Lithium und Kobalt sind im Mittel der letzten Jahre bereits angestiegen, sodass der Abbau attraktiver wird.

    Reserven vs. Ressourcen:

    Von den Reserven ist zudem die Größe der Ressourcen zu unterscheiden. Ressourcen bilden die Rohstoffmengen ab, deren Abbau gegenwärtig oder potenziell wirtschaftlich möglich ist. Die Reserven umfassen Lagerstätten, die entdeckt, bewertet und als wirtschaftlich rentabel eingeschätzt wurden. Die Ressourcen sind weitaus größer und beinhalten die Reserven sowie entdeckte Lagerstätten und unentdeckte Lagerstätten, deren Existenz auf der Grundlage geologischer Voruntersuchungen wahrscheinlich ist.Im Falle von Lithium liegen die Ressourcen bei 80 Millionen Tonnen und sind damit nochmal deutlich größer als die Reserven. Auch diese Größe kann sich verändern. Eine physische Verknappung der Rohstoffe im absoluten Sinn ist also sehr unwahrscheinlich.
    Weitere Infos: https://blog.oeko.de/kategorie/verkehrswendemythen/

    Veranschaulichung der aktuell bekannten Lithiumvorkommen

    Bild22.07.2020
    Bei den allermeisten Rohstoffen steigen die Reserven trotz größerer Abbaumengen an. Auch die Reserven für Lithium sind trotz steigender Abbaumengen stetig angewachsen von etwa 4 Millionen Tonnen im Jahr 2006 auf 17 Millionen Tonnen im Jahr 2018.