Wasserverbrauch von Rechenzentren in Deutschland
Rechenzentren in Deutschland verbrauchten im Jahr 2025 rund 13 Milliarden Liter Wasser zur Kühlung. Das entspricht dem jährlichen Trinkwasserbedarf von etwa 275.000 Menschen. Bis 2030 könnte der Verbrauch auf 27 Milliarden Liter steigen – mehr als doppelt so viel wie 2025.
Grund für den steigenden Wasserbedarf ist insbesondere der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI). Die Studie kombiniert Daten aus dem nationalen Rechenzentrumsregister mit Prognosen zum Strombedarf und untersucht verschiedene Kühltechnologien. Für ein neues Rechenzentrum mit 100 Megawatt IT-Anschlussleistung errechnet sie je nach Kühltechnik einen jährlichen Wasserverbrauch von 200 bis 930 Millionen Litern.
Entscheidend für den Wasserverbrauch ist die eingesetzte Kühltechnik. Während Verdunstungskühlung Wasser verbraucht, kommen andere Kühlsysteme ohne direkten Wasserverbrauch aus. Die Untersuchung zeigt zudem, dass eine hohe Energieeffizienz nicht zwangsläufig mit einem hohen Wasserverbrauch verbunden ist. Rechenzentren können somit gleichzeitig energieeffizient und wassersparend betrieben werden.
Ein weiteres Ergebnis betrifft die unzureichende Datenlage: Von rund 1.200 meldepflichtigen Rechenzentren übermittelten für 2025 lediglich 484 ihre Daten. Nur 139 der 319 öffentlich zugänglichen Datensätze zum Wasserverbrauch waren plausibel und konnten ausgewertet werden.
Die Ergebnisse verdeutlichen die Bedeutung einer transparenten Erfassung des Wasserverbrauchs und einer sorgfältigen Prüfung neuer Rechenzentren, insbesondere in Regionen mit knappen Wasserressourcen.
Die Kurzstudie wurde im Auftrag von Greenpeace e.V. Deutschland durchgeführt.