Heating up the headlines: How tabloid framing reshaped Germany's Buildings Energy Act
Die Medien sind zu einer entscheidenden Kraft bei der Gestaltung der Klima- und Energiepolitik geworden und beeinflussen nicht nur, welche Themen Beachtung finden, sondern auch, wie diese dargestellt und diskutiert werden. Dieser Beitrag untersucht, wie die „BILD“, Deutschlands größte Boulevardzeitung, die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Jahr 2023 zu einer der polarisierendsten politischen Kontroversen der jüngeren deutschen Geschichte gemacht hat.
Anhand einer Analyse eines Korpus von 333 BILD-Artikeln aus dem Zeitraum von Januar 2023 bis März 2024 identifizieren wir drei vorherrschende rhetorische Strategien – Personalisierung, wirtschaftlicher Alarmismus und ideologische Rahmung –, die durch den Begriff „Heizungshammer“ verkörpert werden, der allein in der BILD über 250 Mal auftauchte und sich auf mehr als 1.100 Artikel in der gesamten Presse ausbreitete. Diese Narrative führten zu konkreten politischen Ergebnissen: der schrittweisen Verwässerung und schließlich der Aufgabe der 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien, der Streichung geplanter Energieeffizienzstandards für Gebäude sowie einer Kehrtwende in der deutschen Position bei den EU-Verhandlungen zur Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden.
Der Fall zeigt, dass die Darstellung in der Boulevardpresse direkt in gesetzgeberische Ergebnisse einfließen kann, mit messbaren Folgen für die Ambitionen der Klimapolitik, und verdeutlicht die Anfälligkeit der Klimagesetzgebung im Zeitalter des digitalen Populismus.
Erschienen in: Energy Research & Social Science, Volume 138, August 2026, 104832
DOI: 10.1016/j.erss.2026.104832