Fallstudie Elektrogeräte zur Umsetzung der Obhutspflicht
In der Studie wird der Umgang mit neuwertigen und gebrauchsfähigen Produkten in der Reverse-Supply-Chain untersucht, mit besonderem Fokus auf Retouren und Warenüberhänge als mengenrelevante Rückflussarten. Ziel ist es, die Komplexität der Rückwärtslogistik sowie die maßgeblichen Einflussfaktoren auf betriebliche Entscheidungsprozesse transparent zu machen, unter anderem im Hinblick auf die Weitervermarktung oder Entsorgung gebrauchstauglicher Güter.
Für die Studie wurden zentrale Akteure entlang der Supply Chain interviewt und ihr Umgang mit gebrauchtstauglichen Rückflüssen systematisch erfasst. Die Untersuchung rekonstruiert die relevanten Prozessschritte von der Rücknahme über Prüfung, Aufbereitung und Wiedervermarktung bis hin zur möglichen Entsorgung. Dabei wird sichtbar, unter welchen organisatorischen, ökonomischen und logistischen Bedingungen neuwertige oder gebrauchsfähige Waren aus dem Nutzungskreislauf ausscheiden.
Auf dieser empirischen Grundlage leitet die Studie Anforderungen und eine Methodik für einen Transparenzbericht ab. Diese ermöglicht eine systematische und vergleichbare Erfassung von Mengenströmen und Behandlungswegen (z.B. Aufbereitung, Reparatur, Wiedervermarktung, Spenden und Entsorgung). Damit wird eine Grundlage geschaffen, um den Verbleib gebrauchsfähiger Produkte nachvollziehbar zu machen und potenzielle Fehlanreize in Richtung Vernichtung analytisch zu erfassen.
Die entwickelte Methodik wurde hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Aussagekraft überprüft und für eine qualitative sowie quantitative Berichterstattung konkretisiert. Zudem wird aufgezeigt, wie der für Elektrogeräte entwickelte Ansatz auf weitere Produktgruppen wie Textilien und Möbel übertragen werden kann.