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Rechenzentren, digitaler Lebensstil, künstliche Intelligenz: Podcast zu Klimaschutz und Digitalisierung

Neue Folge zu: Nachhaltigkeit durch Digitalisierung?

Durch die massive Steigerung der Datenübertragung für die Nutzung digitaler Geräte und Dienstleistungen, hat der Energieverbrauch von Rechenzentren in den letzten Jahren stark zugenommen. So sind allein die übertragenen Datenmengen in den letzten zehn Jahren um den Faktor 10 angestiegen. Rechenzentren effizient zu planen und auszulasten, ist deshalb eine zentrale Stellschraube für Klimaschutz in der Digitalisierung. Das erklärt Carl-Otto Gensch in der neuen Folge des Podcasts „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts. Für eine einheitliche Energiebilanzierung hat das Öko-Institut die Methode Green-Cloud-Computing entwickelt, mit der Kennzahlen für effiziente und treibhausgasarme Cloud-Dienstleistungen ermittelt werden können.

Laut Gensch müssen für effektiven Klimaschutz die Chancen der Digitalisierung gezielter genutzt werden. Ein hohes Risiko liegt im Rebound-Effekt, wenn Geräte zwar einerseits immer effizienter werden und weniger Energie verbrauchen, sie andererseits aber leistungsstärker werden und Konsumentinnen und Konsumenten insgesamt mehr Geräte anschaffen. Dadurch steigt insgesamt der Energie- und Rohstoffbedarf. Der Leiter des Bereichs Produkte & Stoffströme am Öko-Institut betont, dass neue Technologien darauf ausgerichtet werden sollten, bewusst Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Zum Podcast „Nachhaltigkeit durch Digitalisierung?“ des Öko-Instituts

Der persönliche digitale Fußabdruck

Handy, Laptop, Videostreaming und Co. – insbesondere die Anschaffung und Nutzung digitaler Geräte verursachen klimaschädliche Treibhausgase. Sie fallen bei der Herstellung, Nutzung und der Entsorgung der technischen Geräte sowie der genutzten digitalen Infrastruktur an. Zudem werden für ihre Produktion wertvolle, seltene Metalle gebraucht, die beim Abbau einen großen Umweltfußabdruck hinterlassen. So entstehen etwa 850 Kilogramm CO2-Äquivalente (CO2e) pro Person pro Jahr.

Das Beispiel Videostreaming zeigt, dass das eigene Verhalten hier Auswirkungen auf die Treibhausgasbilanz hat. So verursacht das Streaming von Filmen und anderen Inhalten durchschnittlich etwa 62 kg CO2e pro Jahr pro Person. Kleinere Monitore und eine geringere Auflösung können den Energieverbrauch senken. Gensch empfiehlt deshalb unter anderem, lineares Fernsehen zu nutzen, um Energie und Treibhausgase zu sparen.

Künstliche Intelligenz auf Umweltnutzen prüfen

Der Energie- und Ressourcenverbrauch von künstlicher Intelligenz kann sehr hoch sein. Damit ökologische Folgen mitgedacht werden und möglichst gering sind, bedarf es hier weiterer intensiver Begleitforschung. Umso mehr, da die Forschung oft ein paar Jahre hinter den Entwicklungen am Markt liege, so Gensch. Deswegen sollte die Politik bei ihrer Innovationsförderung Rahmenbedingungen für die Einhaltung von Nachhaltigkeitszielen setzen. Künstliche Intelligenz sollte hinsichtlich ihres Aufwands und ihres Umweltnutzens geprüft werden; sie sollte nachweislich auf Nachhaltigkeitsziele einzahlen.

Wissen statt Alltagsberatung

Der Podcast „Wenden bitte!“ des Öko-Instituts richtet sich an alle mit politischem und ökologischem Interesse aus Politik, Wissenschaft, Medien, NGOs und Öffentlichkeit. Den Podcast moderieren Nadine Kreutzer, Journalistin und Moderatorin, und Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation am Öko-Institut. Rund eine Stunde lang sprechen sie mit einem Experten beziehungsweise einer Expertin aus dem Öko-Institut über anstehende Nachhaltigkeitstransformationen – genug Zeit für die „Langstrecke der Umweltpodcasts“.

Staffel 3

Episode 2 „Nachhaltigkeit durch Digitalisierung?“ mit Carl-Otto Gensch, erschienen am 23. Februar 2023

Episode 1 „Ist der Wald noch zu retten?“ mit Dr. Hannes Böttcher, erschienen am 12. Januar 2023

Alle 16 erschienen Episoden des Podcasts: www.oeko.de/podcast

Der Podcast ist erhältlich auf allen gängigen Podcast-Portalen – etwa bei Apple Podcasts sowie bei Spotify