Wärmewende im Mietwohnbereich sozial gerecht gestalten
Mix aus Maßnahmen für eine sozial-gerechte Wärmewende
© fStopImages / Malte Müller
Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) bleiben zentrale Herausforderungen im Gebäudesektor weiterhin ungelöst, von der Emissionsreduktion bis zu sozialen Fragen. Wie eine gerechte und klimafreundliche Wärmewende im Mietwohnbereich anhand von vier Bausteinen gelingen kann, zeigt eine neue Analyse von Öko-Institut und Zukunft KlimaSozial. Dabei braucht es einen Instrumentenmix, der Klimaschutz-Investitionen vorantreibt, ohne Mietende finanziell zu überfordern.
„Obwohl mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete wohnt, haben Mietende kaum Einflussmöglichkeiten bei der Wahl der Heizungsart. Dabei ist die relative Heizkostenbelastung bei einkommensschwächeren Haushalten bereits heute mehr als dreimal so hoch wie bei einkommensstarken Haushalten“, sagt Astrid Schaffert, Referentin bei Zukunft KlimaSozial und eine der Leitautorinnen der Analyse. „Während Vermietende über Investitionen entscheiden, tragen Mietende die laufenden Energiekosten, was die Anreize für energetische Sanierungen für Vermietende schwächt. Bisherige Instrumente wie die Modernisierungsumlage oder die CO₂-Kostenaufteilung greifen nur teilweise, um Investitionen konsequent mit sozialverträglichen Wohnkosten zu verbinden.“
Vier Bausteine für den Gebäudesektor
In ihrer Analyse schlagen Öko-Institut und Zukunft KlimaSozial deshalb vier Maßnahmen-Bausteine vor, die (1) die Höhe der Kaltmiete beeinflussen, (2) die Wärmekosten in den Vordergrund stellen, (3) den sozialen Wohnungsbau stärken und (4) Quartiersansätze in Städten und in ländlichen Gebieten in den Fokus rücken.
Eine erfolgreiche Wärmewende wird nicht nur daran gemessen, wie viele Heizungen ausgetauscht oder Gebäude saniert werden, sondern daran, ob klimafreundliches Wohnen für alle bezahlbar bleibt. Die vier Bausteine zeigen: Klimaschutz und bezahlbares Wohnen sind kein Widerspruch, sondern müssen gemeinsam gestaltet werden. Die Wärmewende darf nicht weiter aufgeschoben werden. Wer heute nicht investiert, riskiert morgen höhere Kosten für Haushalte, Vermietende und den Staat.
Mit einer Kombination aus verschiedenen Maßnahmen kann die klimafreundliche Transformation des Gebäudesektors wieder an Fahrt aufnehmen: Investitionen sollten erleichtert, Fehlanreize des fossilen Status-quo abgebaut und Vermietende bei der energetischen Sanierung durch sozial differenzierte Förderungen sowie zielgerichtete Beratungs- und Informationsangebote unterstützt werden. Dabei gilt es, Mietende von Anfang an mitzudenken und gezielt den Gebäudebestand zu adressieren, in dem Haushalte mit geringem Einkommen wohnen. Denn im untersten Einkommensdrittel sind viele Haushalte durch Wohnkosten extrem überlastet.
Die Analyse macht deutlich, dass eine sozial gerechte und klimafreundliche Wärmewende hin zu mehr Wohnkomfort für alle gelingt, wenn Verantwortung, Bezahlbarkeit und ambitioniertes Handeln zusammengedacht werden.
Studie „Bausteine für eine soziale Wärmewende im Mietwohnbereich"
Policy Brief „Bausteine für eine soziale Wärmewende im Mietwohnbereich”
Diese Studie entstand im Öko-Institut e.V.
Ansprechpartnerin bei Zukunft KlimaSozial
Sina Lippmann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zukunft KlimaSozial
Institut für Klimasozialpolitik
Telefon: 015560/186362
E-Mail: presse@zukunft-klimasozial.de