Roadmap Feuerverzinken 2045
Malte Müller © fStopImages
Mandy Schoßig
Feuerverzinken macht Stahlteile langlebig, die etwa im Bausektor, in der Fahrzeugindustrie oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden – es ist das wichtigste Verfahren zum Korrosionsschutz. Gleichzeitig ist es ein energieintensives Verfahren, da hierfür hohe Temperaturen von über 400 Grad erreicht werden müssen. „Die Branche hat es dennoch zwischen 1990 und 2025 geschafft, ihre spezifischen Treibhausgasemissionen durch eine höhere Energieeffizienz und eine optimale Rohstoffnutzung mehr als zu halbieren“, sagt Projektleiter Carl-Otto Gensch. Und: Es geht noch mehr. Im Projekt „Roadmap Feuerverzinken 2045“ zeigen die Wissenschaftler*innen des Öko-Instituts, dass die deutsche Feuerverzinkungsindustrie ihre Emissionen bis 2045 sogar um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 senken kann. „Dies kann die Branche durch weitere Effizienzmaßnahmen wie etwa die Nutzung von Abwärme, die Elektrifizierung der Verzinkungsöfen, den Einsatz von Zink mit niedrigen Treibhausgasemissionen sowie den Ausbau von regenerativen Energiequellen erreichen.“
In der Analyse für den Bundesverband Feuerverzinken betont das Projektteam aber auch: Hierfür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen. „Das bezieht sich etwa auf einen fortgesetzten Ausbau der erneuerbaren Energien, einen beschleunigten Netzausbau und verlässliche Netzanschlüsse“, sagt Gensch. Sinnvoll sei es zudem, spätestens in fünf Jahren ein Update der Roadmap zu erstellen. „Dies sollte früher geschehen, falls es signifikante Änderungen in der Branche oder beim Ausbau der regenerativen Energien gibt.“