Spenden
Arbeit / Rückblick

Lücke im Heizungskeller

Christiane Weihe

Stark steigende Kosten für Mieter*innen – das könnten die Folgen der Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes der Bundesregierung sein. In einer Analyse für Greenpeace erwarten die Wissenschaftler*innen des Öko-Instituts, dass sich aufgrund von steigenden Netzentgelten und CO2-Preisen und höheren Kosten für einen steigenden Biomethananteil die Kosten für das Heizen mit Gas mehr als verdoppeln könnten. Von heute 11 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) auf mehr als 25 ct/kWh im Jahr 2040. „Damit wachsen vor allem für Haushalte mit geringem Einkommen die Belastungen überproportional“, sagt Malte Bei der Wieden, Wissenschaftler im Bereich Energie & Klimaschutz am Öko-Institut. „Gerade Mieter*innen haben jedoch keinen Einfluss auf die Wahl des Heizsystems, so dass kaum eine Lenkungswirkung zu erwarten ist. Zugleich tragen die Mieter*innen das Kostenrisiko für Entscheidungen von Vermieter*innen.“

In einer weiteren Analyse verdeutlichen die Wissenschaftler*innen zudem: Die vorgesehenen Änderungen vergrößern die bereits bestehende Lücke bei den gesetzlichen Klimazielen für 2030 weiter – von 25 Megatonnen CO2-Äquivalenten (Mt CO2e) auf bis zu 33 Mt CO2e pro Jahr. Mit Blick auf das Klimaziel für 2040 erhöht sich die Klimalücke von 102 auf bis zu 124 Mt CO2e jährlich. „Zentrale Ursache für diese Entwicklung ist, dass die bisher bestehende Vorgabe von 65 Prozent erneuerbaren Energien für neue Heizungen nun wegfallen soll – sie ist das wichtigste Klimaschutzinstrument im Gebäudebereich und steht für über 80 Prozent der gesamten Emissionsminderung im bisherigen Gebäudeenergiegesetz“, sagt Sibylle Braungardt, Gruppenleiterin Wärmewende und Effizienz. Ob die neue Regelung, die den Einsatz von grünem Gas und grünem Öl fördern soll, einen Klimaschutzeffekt entfalten kann, hängt laut der Analyse von einer ambitionierten Ausgestaltung bezüglich des Anteils erneuerbarer Brennstoffe und dem Mieterschutz ab. „Mehrkosten müssen bei den Vermietenden liegen, damit sie das Kostenrisiko in ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen“, sagt Braungardt.

Ansprechpartnerin und Ansprechpartner am Öko-Institut