Spenden
Arbeit / Rückblick

CO2-Entnahme versus Minderung der Emissionen

Mandy Schoßig

Treibhausgasneutralität braucht die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre – durch natürliche Senken wie Wälder oder industrielle Entnahmetechnologien. Im Projekt „Treibhausgasneutralität in der EU und in Deutschland: Die Konzeption einer Zielarchitektur unter Berücksichtigung von Senken“ hat das Öko-Institut für das Umweltbundesamt analysiert, welchen Beitrag diese Lösungen tatsächlich leisten können und welche Wechselwirkungen es dabei mit Maßnahmen zur CO2-Minderung gibt. „Wir sehen hier Konkurrenzen um begrenzte Ressourcen wie Flächen, erneuerbare Energien und Biomasse“, sagt Wolfram Jörß, Gruppenleiter Carbon Accounting am Öko-Institut. „So sind industrielle CO2-Entnahmetechnologien zum Beispiel sehr teuer und haben einen hohen Energiebedarf. Nicht zuletzt mit Blick auf die weiter bestehenden hohen Unsicherheiten etwa hinsichtlich der Umweltwirkungen und der Fähigkeiten zur Langzeitspeicherung dieser Technologien sollten daher Emissionsminderungen immer Vorrang haben. Auch, weil es immer unvermeidbare Restemissionen geben wird, die nicht von natürlichen Senken aufgenommen werden können.“

Gemeinsam mit der Prognos AG haben die Wissenschaftler*innen zudem die unterschiedlichen Bilanzierungsmethodiken für Senken und CO2-Abscheidung betrachtet. „Leider gibt es hier bislang nicht wirklich eine Vergleichbarkeit zwischen Szenarienergebnissen. Daher empfehlen wir, eine einheitliche Methodik zu entwickeln, mit der Emissionen, Senken und technologische Entnahmen bilanziert und dann auch sinnvoll in die zukünftige Zielarchitektur für den Klimaschutz integriert werden können“, sagt Sabine Gores, stellvertretende Leiterin des Bereichs Energie & Klimaschutz.       

Ansprechpartnerin und Ansprechpartner am Öko-Institut