Spenden
Arbeit / Rückblick

Verfehlte Klimaziele

Christiane Weihe

Zwei Prozentpunkte zu wenig bis 2030, acht Prozentpunkte fehlen bis 2040. Laut dem Projektionsbericht 2026 verfehlt Deutschland die im Bundes-Klimaschutzgesetz festgelegten Klimaziele. „Wir haben analysiert, wie sich die bestehenden klimapolitischen Instrumente bis 2050 auswirken“, erklärt Julia Repenning, Leiterin des Bereichs Energie & Klimaschutz. „Dabei zeigt sich, dass im Mit-Maßnahmen-Szenario, kurz MMS, die Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 63 statt um 65 Prozent und bis 2040 um 80 statt um 88 Prozent sinken.“ So kann die geforderte Treibhausgasneutralität bis 2045 nicht erreicht werden. „Dabei handelt es sich allerdings um Projektionen auf Grundlage von langfristigen, plausiblen Emissionsentwicklungen und nicht um Prognosen.“

Die Analyse widmet sich im Detail der Energiewirtschaft, der Industrie, dem Gebäudesektor, dem Verkehrssektor, der Landwirtschaft sowie der Abfallwirtschaft. „Eine positive Entwicklung zeigt sich im Energiesektor. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien erreicht er bis 2030 einen Großteil der Emissionsminderung und ist bereits 2028 nicht mehr der größte Emittent. Diese Rolle übernimmt laut unseren Projektionen etwa ab 2032 die Industrie. Und das obwohl hier die Emissionen bis 2030 um rund 60 Prozent sinken,vor allem wegen des EU-Emissionshandels“, erklärt Dr. Hannah Förster, Senior Researcher am Öko-Institut. Große Defizite gibt es im Gebäude- und im Verkehrssektor, es besteht bis 2030 eine Klimaschutzlücke von 110 beziehungsweise 187 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. „Auch der Landnutzungssektor verfehlt seine Klimaziele deutlich, er bleibt mit 25 Millionen und 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bis 2030 und 2045 eine Emissionsquelle. Ursachen sind hier die reduzierte Senkenleistung der Wälder und hohe Emissionen aus organischen Böden“, so die Gruppenleiterin Mitigation & Ökonomie. 

Der Projektionsbericht wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes gemeinsam mit Fraunhofer ISI, IREES, Prognos, M-Five, FfE und dem Thünen-Institut erstellt.      

Ansprechpartnerinnen am Öko-Institut