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Arbeit / Rückblick

Mobilitätsarmut in Europa

Mandy Schoßig

Täglich mit dem Bus zur Arbeit? Jedes Wochenende mit dem Zug zur Familie? Für einen erheblichen Teil der europäischen Bevölkerung ist das keine Option, wie die neue Studie „Access Denied: Transport Poverty in Europe“ des Öko-Instituts für Greenpeace Central and Eastern Europe zeigt. In etwa 90 Prozent der untersuchten Länder nutzt mehr als die Hälfte der Bevölkerung den öffentlichen Verkehr nicht regelmäßig. In Zypern, Italien und Portugal etwa steigen 72 bis 88 Prozent der Menschen nie oder weniger als einmal im Monat in Bus und Bahn, in Deutschland, Kroatien und Griechenland sind es 69 bis 72 Prozent. Deutlich geringer ist diese Quote mit 38 bis 54 Prozent etwa in Norwegen, der Schweiz und Tschechien. „Ein zentraler Grund hierfür ist, dass öffentliche Verkehrsmittel im Wohnumfeld der Bevölkerung einfach nicht ausreichend vorhanden sind – dies geben bis zu 56 Prozent der Befragten innerhalb der betrachteten Länder an. Bis zu 19 Prozent der Bevölkerung in den Ländern sind auf ein eigenes Auto angewiesen“, sagt Projektleiterin Nelly Unger. „Die Mobilitätsarmut trifft vor allem ältere Menschen, jene mit geringem Einkommen sowie Frauen.“ Neben der Verfügbarkeit spielen Kosten eine wichtige Rolle. „In einzelnen europäischen Ländern wie Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden sind öffentliche Verkehrsmittel für bis zu sechs Prozent der Bevölkerung zu teuer. Bis zu 15 Prozent empfinden sie als starke finanzielle Belastung, nutzen sie aber trotzdem.“

Was also tun, um Mobilitätsarmut zu verringern? Die Analyse gibt zahlreiche Empfehlungen. „Wichtig sind bessere regionale Anbindungen, bedarfsgerechte Fahrpläne sowie eine dichtere Taktung, aber auch mehr Sicherheit und Barrierefreiheit“, erklärt die Wissenschaftlerin Dr. Viktoria Noka aus dem Bereich Energie & Klimaschutz. „Zusätzlich können auch finanzielle Entlastungen die Mobilität leichter zugänglich machen. Optionen sind hier etwa kostenfreie Angebote oder auch Sozialtickets, vor allem für vulnerable Gruppen.“                           

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