Was das Recycling von Blei-Säure-Batterien tatsächlich sauber macht
© Andreas Manhart
Im Interview erklärt Andreas Manhart vom Öko-Institut, warum das Recycling gebrauchter Blei-Säure-Batterien in vielen Ländern Afrikas und Asiens erhebliche Gesundheits- und Umweltrisiken verursacht. Besonders problematisch sind unsachgemäßes Entleeren der Batteriesäure, Staubbelastung beim Zerlegen und Transport, unzureichend kontrollierte Schmelzprozesse sowie bleihaltige Schlacken. Zwar ist technisch bekannt, wie sauberes Recycling funktionieren kann — etwa durch geschlossene Prozesse, wirksame Filteranlagen, gutes Staubmanagement und regelmäßiges Monitoring. In der Praxis fehlen jedoch häufig Investitionen, Wartung, spezifisches Behördenwissen und konsequenter Vollzug.
Manhart macht deutlich: Saubere Anlagen sind möglich und auch wirtschaftlich betreibbar, stehen aber in direkter Konkurrenz zu billigeren, stark verschmutzenden Betrieben. Entscheidend seien deshalb klare Regulierung, wirksame Kontrollen, verantwortungsvolle Lieferketten und der Aufbau von Fachwissen in betroffenen Ländern. Das Interview zeigt zugleich, dass das Recycling von Blei-Säure-Batterien kein Randthema ist: Blei ist insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern ein immer noch oft unterschätztes Gesundheitsproblem. Epidemiologische Studien zeigen, dass Bleiexposition in vielen Ländern ein wesentliches Gesundheitsrisiko für weite Bevölkerungsgruppen darstellt. Da Blei insbesondere bei Kindern bleibende neurologische Schäden verursacht, wirken sich die Folgen auch auf die langfristige Entwicklung von Gesellschaften und Volkswirtschaften aus.
Andreas Manhart ist Senior Researcher in der Abteilung Nachhaltige Produkte & Stoffströme in Freiburg. Seit 2005 beschäftigt er sich am Öko-Institut mit der Frage, wie soziale und ökologische Standards auch in stark verzweigten und globalisierten Wertschöpfungsketten gewährleistet werden können.