Engagement mit Wirkung
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Die allgemeine Nachrichtenlage ist oft überwältigend. Angesichts von Kriegen, politischen Unsicherheiten und dem Klimawandel fühlen sich viele Menschen hilflos und stellen den eigenen Einfluss in Frage. Doch gerade in diesen Momenten ist es wichtig, wieder ins Handeln zu kommen. Dabei kann ehrenamtliche Arbeit helfen. Etwas Gutes tun, Gemeinschaft erleben und selbstwirksam sein: Dadurch entsteht Hoffnung für die Zukunft. Gleichzeitig zeigt ehrenamtliches Engagement, dass selbst kleine Beiträge einen wichtigen Unterschied machen können und dass gemeinsames Handeln etwas bewegt. Einige Kolleg*innen sind ehrenamtlich aktiv und engagieren sich zum Beispiel im Hospiz, als Foodsaverin oder bieten Bastelnachmittage in der Bibliothek an. Als Inspiration zum Jahresstart stellen wir Kolleg*innen vor, die sich ehrenamtlich engagieren.
Es gibt viele Arten unterwegs zu sein, die uns einen Gewinn an Zeit und Lebensqualität bringen und zu besonderen Begegnungen führen. Der Verein terran setzt genau hier an: Wir wollen Menschen für das terrane Reisen, also ohne Flugzeug, begeistern! Über die Sprache durch das neue Wort „terran“, durch schöne Beispiele und Inspiration, durch praktische Tips. Terran zu leben entschleunigt, schont das Klima und verlangsamt vielleicht manches, aber genau darin liegt der Zeitgewinn und das Besondere und das möchte ich anderen zeigen und nahebringen!
Seit Juli 2014 engagiere ich mich ehrenamtlich als Foodsaverin, Betriebsverantwortliche und Ausbilderin in Freiburg. Ich baue mit Freude neue Kooperationen mit Betrieben auf und begleite angehende Foodsaver*innen bei ihren ersten Abholungen. In über 1.400 Einsätzen habe ich mehr als 27 Tonnen Lebensmittel gerettet. Mich motiviert, gemeinsam mit vielen Engagierten aktiv gegen Verschwendung von Lebensmitteln vorzugehen, Bildungsarbeit zu leisten und Menschen zu vernetzen – für mehr Wertschätzung und ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Ernährungssystem.
Ich engagiere mich seit Herbst 2025 in einer Hospizgruppe. In diesem Ehrenamt spende ich Zeit an Menschen in ihrer letzten Lebensphase und begleite Sterbende und deren Angehörige. Meine Besuche finden im vertrauten Zuhause statt. Ich höre zu, bin offen für Gespräche über das Leben und Sterben oder teile die Stille. Ich möchte zeigen, dass auch in Bereich Tod und Sterben heilsame Begegnungen für beide Seiten stattfinden können. Vielleicht kann ich dazu beitragen, dass Sterben als Teil des Lebens angesehen wird. Meine 16-jährige Tochter sagt dazu: Ich könnte das nicht. Ich finde aber richtig gut, dass Du das machst.
Ich engagiere mich bei Speakerinnen.org. Ob Wissenschaftskommunikation, Energiewende oder Schutz vor digitaler Gewalt – Männer werden noch immer häufiger als Experten zu Konferenzen oder für Stellungnahmen in den Medien eingeladen. Die Plattform Speakerinnen.org will das ändern und die Sichtbarkeit von Frauen steigern. Frauen können sich als Expertin für ihre Themen registrieren, damit sie besser von Veranstaltungsorganisator*innen gefunden werden. Ich unterstütze Speakerinnen.org kommunikativ, schreibe den Newsletter, kümmere mich um Kooperationen mit anderen Frauennetzwerken und betreue Kommunikationskanäle wie LinkedIN und Bluesky mit.
Seit ich 17 Jahre alt bin, engagiere ich mich ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit, seit über 20 Jahren nun schon bei der Naturschutzjugend. Die Tier- und Pflanzenwelt hat mich bereits als Kind begeistert und das wollte ich gern weitergeben. Ich unterstütze Kindergeburtstage im Wald, naturpädagogische Aktionstage in Schulen und begleite Zeltlager in den Sommerferien im Schwarzwald. Neben der Erlebnispädagogik arbeite ich auch gern praktisch für den Naturschutz und nehme an Pflegemaßnahmen in Naturschutzgebieten teil. Dabei mähen wir beispielsweise Wiesen.
Ich engagiere mich ehrenamtlich beim Schutzwald e.V. Der Verein arbeitet in einer langjährigen Austauschpartnerschaft mit Gemeinden in Ecuador, die ihre Wälder selbstverwaltet schützen und nachhaltig nutzen. Aktuell arbeite ich in einem Team, das gemeinsam mit unseren ecuadorianischen Partnerorganisationen Projektkonzepte entwickelt und Förderanträge stellt. Zum Beispiel gibt es die Projektidee Nachwuchskräfte im gemeindebasierten Mangrovenschutz zu fördern. Dabei geht es um die Verbindung von Generationen: lokales Wissen und Erfahrungen werden weitergegeben, gleichzeitig erwerben junge Menschen zusätzliches externes Know-how durch berufliche Qualifizierung. So entsteht nachhaltiger Schutz – getragen von den Gemeinden selbst. Mich begeistert global zu denken und gemeinsam zu handeln – über Kontinente hinweg. Besonders wertvoll ist für mich das gegenseitige Lernen in den Partnerschaften: voneinander und miteinander. Die Zusammenarbeit im Verein macht Spaß. Ich kann eigene Ideen einbringen, Neues ausprobieren und aktiv mitgestalten. Ich tue etwas Sinnvolles, und gleichzeitig kann ich vieles, was ich im Ehrenamt gelernt habe, auch in anderen Kontexten nutzen.
Als Basketballtrainer im Mädchensport bedeutet Ehrenamt für mich Empowerment und Emanzipation. Im Training und Spielen geht es nicht nur um Bewegung, Punkte, Sieg oder Niederlage. Es geht darum, Selbstbewusstsein zu entwickeln und Selbstwert zu spüren. Schritt für Schritt üben wir Korbleger und Sprungwurf. Wir lernen mit unserer Nervosität und Aufregung umzugehen. Dabei werden wir besser und besser, bis es klappt. Wir merken: Fehler sind wichtig und gehören zum Leben! Ich lebe mein Ehrenamt!
Ich biete bei uns in der Stadtteilbücherei ehrenamtlich Bastelnachmittage für Kinder an. Das ist meine Art, dem engagierten Bücherei-Team, die einfach wahnsinnig viel für Groß und Klein auf die Beine stellen, etwas zurückzugeben und meinen (kleinen) Beitrag für das soziale Leben hier im Stadtteil zu leisten.
Seit nunmehr zehn Jahren unterstütze ich die Spielvereinigung Gundelfingen/Wildtal, unseren Fußballverein vor Ort, in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen. Angefangen hat alles eher beiläufig im Jahr 2015, als mich der Trainer meines Sohns bat, ihn als Betreuer zu unterstützen. Seitdem habe ich bis 2022 viele Trainingseinheiten und Spiele begleitet. Neben dem regulären Trainings- und Spielbetrieb gehörten auch viele gemeinsame Freizeitaktivitäten dazu – etwa Hüttenwochenenden im Schwarzwald oder ein Wintergrillen –, die den Teamgeist auch jenseits des Sportplatzes gestärkt haben. Anschließend war ich Koordinations- und Fitnesstrainer bei verschiedenen Jugendmannschaften des Vereins. Aktuell bin ich zusammen mit einem anderen Spielervater Teil des Redaktionsteams unserer Stadionzeitung „SPVGG aktuell“. Durch mein Engagement im Verein habe ich viele neue Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen kennengelernt – einige davon zählen inzwischen zu meinen Freunden. Besonders schön sind für mich die Begegnungen mit früheren Jugendspielern, die inzwischen zu jungen Männern herangewachsen sind. Wenn wir uns dann kurz unterhalten, freue ich mich jedes Mal darüber, wie großartig sich die Jungs entwickelt haben. Solche Momente bedeuten mir viel und geben mir eine Menge positive Energie zurück. Allein dafür hat sich das Engagement schon gelohnt.