The EU ETS and the 2040 target
Der Reformvorschlag der Europäischen Kommission für den europäischen Emissionshandel (EU ETS 1) birgt Risiken für das Erreichen des EU-Klimaziels 2040. Eine Analyse des Öko-Instituts im Auftrag des WWF Deutschland zeigt, dass die geplante Absenkung der Emissionsobergrenze allein nicht ausreicht, um die Vereinbarkeit mit dem Klimaziel sicherzustellen. Entscheidend ist vielmehr die Gesamtmenge der verfügbaren Emissionszertifikate.
Die Berechnungen zeigen, dass das Zertifikatsangebot in der fünften Handelsperiode von 2031 bis 2040 die mit dem Klimaziel vereinbare Nachfrage um bis zu 620 Millionen Zertifikate beziehungsweise zehn Prozent übersteigen könnte. Ursache sind zusätzliche Zertifikate zur Finanzierung dauerhafter CO₂-Entnahmen und für Investitionsförderprogramme sowie Überschüsse aus früheren Handelsperioden. Werden diese Zertifikate für zusätzliche Emissionen genutzt, müssten andere Sektoren entsprechend höhere Emissionsminderungen erbringen, um das EU-Klimaziel zu erreichen.
Die Analyse empfiehlt deshalb, sämtliche verfügbaren Zertifikate in einem transparenten Emissionsbudget zu berücksichtigen. Zusätzliche Zertifikate zur Finanzierung von CO₂-Entnahmen sollten erst ausgegeben werden, wenn die Entnahmen tatsächlich erfolgt sind. Zudem sollte die jährliche Absenkungsrate der Emissionsobergrenze bis 2035 bei 4,4 Prozent bleiben. Auch die Marktstabilitätsreserve muss weiterhin überschüssige Zertifikate aufnehmen und langfristige Marktüberschüsse begrenzen.
Darüber hinaus sollten die Klimaziele des Emissionshandels und der übrigen Wirtschaftssektoren aufeinander abgestimmt werden. Internationale Klimagutschriften sollten vor allem als Absicherung gegen Risiken bei der Zielerreichung dienen. Die Analyse verdeutlicht, dass die EU-Emissionshandelsreform das gesamte Zertifikatsangebot berücksichtigen muss, um wirksame Emissionsminderungen im Einklang mit dem Klimaziel 2040 sicherzustellen.