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Forschung zum free-floating Carsharing

share – Wissenschaftliche Begleitforschung zu car2go mit batterieelektrischen und konventionellen Fahrzeugen

  • Dr. Friederike Hülsmann
  • G. Sunderer
  • K. Götz
  • Y. Sprinke
  • Peter Kasten
    Stv. Bereichsleiter / Senior Researcher Ressourcen & Mobilität
  • Benjamin Schmolck
  • R. Waldenfels
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Der Klimaschutz erfordert zukünftig eine drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen, was einen bedeutenden Strukturwandel in allen energienachfragenden Sektoren voraussetzt. Im Bereich der Mobilität stellen Elektrofahrzeuge eine zentrale Säule zur Treibhaushausgasminderung und ein wichtiges Element einer zukünftigen nachhaltigen Mobilität dar. Elektrofahrzeuge emittieren keine Abgase, sind effizienter im Betrieb als konventionelle Pkw und, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energieanlagen geladen werden, nahezu treibhausgasneutral.
Rein batterieelektrische Fahrzeuge stellen allerdings einige Herausforderungen an den durchschnittlichen Autofahrer mit seinen heutigen Gewohnheiten und seinem heutigen Verkehrsverhal-ten. Das Laden der Elektro-Pkw an Quelle und Ziel ist aufgrund der geringeren Reichweite gegen-über konventionellen Fahrzeugen zu berücksichtigen und dementsprechend bei der Nutzung der Fahrzeuge in den Tagesablauf zu integrieren. Die Nutzerinnen und Nutzer müssen alte Gewohnheiten überwinden und neue Verhaltensroutinen aufbauen, wobei aufgrund verbesserter Batterieladezeiten zunehmend weniger Hemmnisse bestehen.

Neben den Umweltvorteilen, insbesondere in urbanen, dichtbesiedelten Räumen, birgt die Integration von Elektrofahrzeugen in Carsharing-Flotten weitere Vorteile. Das Laden der Batterien wird als Service erledigt und die angenommenen Reichweitenprobleme treten bei kurzen Stadtwegen nicht auf. Zudem rentieren sich die in Relation zu konventionellen Pkw relativ hohen Anschaffungskos-ten aufgrund der häufigen Nutzung der Fahrzeuge im Carsharing und der geringeren Energiekosten.  

Bisher gibt es kaum wissenschaftliche Befunde zur Funktionalität und Nachhaltigkeit von Elektromobilität innerhalb von Sharing-Konzepten. Dass sich Carsharing und Elektrofahrzeuge ideal ergänzen könnten, beruht weitgehend auf Vermutungen. Gleichzeitig gibt es wenige wissenschaftliche Erkenntnisse über die ökologische Bilanz eines free-floating Carsharing – unabhängig davon, ob elektrisch oder konventionell betrieben. Der Pkw-Besitz und das Verkehrsverhalten der NutzerInnen von free-floating Carsharing-Angeboten wurden in den letzten Jahren in vielen Studien näher analysiert (siehe u. a. Martin und Shaheen (2016), BMW AG et al. (2016) und Kopp (2015)). Über die Veränderungen des Pkw-Besitzes und des Verkehrsverhaltens sowie die Umwelteffekte durch die Nutzung von free-floating (E-)Carsharing über einen längeren Zeitraum liegen hingegen kaum Erkenntnisse vor. Vor diesem Hintergrund haben das Öko-Institut und das ISOE das im Folgenden dargestellte For-schungsvorhaben zur wissenschaftlichen Begleitforschung zu car2go entwickelt. Mit diesem Projekt haben die beiden Institute versucht, die angesprochenen Fragestellungen empirisch belegbar zu beantworten.