Nass und nachhaltig
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Christiane Weihe
Sie sitzt in einem etwas windschiefen Haus im Landkreis Ammerland, mitten im Moor. Denn dort befinden sich Flächen für das Projekt MOOSland. „Was viele nicht wissen: Durch die Entwässerung von landwirtschaftlichen Flächen können Häuser Schaden nehmen, weil der Boden sackt“, erklärt die Projektleiterin Dr. Greta Gaudig von der Universität Greifswald. Gleichzeitig schadet es Umwelt und Klima, denn durch die Trockenlegung werden Treibhausgase freigesetzt. MOOSland will diesen Prozess wieder rückgängig machen und dabei gleichzeitig wirtschaftliche Perspektiven für Landwirt*innen aufzeigen. „Auf degradierten Hochmoorflächen in den niedersächsischen Landkreisen Diepholz und Ammerland werden auf wiedervernässten Flächen Torfmoose in Paludikultur angebaut. Unser Projektpartner, das Torfwerk Moorkultur Ramsloh, verkauft bereits die Torfmoos-Biomasse, die als Ersatz für Torf im Gartenbau genutzt werden kann.“ Schon seit 2004 ist die Universität Greifswald in unterschiedlichen Projekten und mit mehreren Projektpartnern rund um den Anbau und die Verwertung der Torfmoose aktiv.
Ein Projekt mit Herausforderungen, ohne Frage. „Derzeit beschäftigt uns vor allem die Frage, wie die Fläche bestmöglich bewirtschaftet werden kann, um möglichst hohe Erträge und minimale Emissionen zu erzielen. Die Ernte der Torfmoose erfolgt bislang von Fahrdämmen auf den Anbauflächen aus, durch die aber ein großer Teil der Produktionsfläche verloren geht. Derzeit testen wir ein System, bei dem wir auf diese Fahrdämme weitgehend verzichten. Dafür braucht es aber auch Maschinen, die im nassen Moorboden trotz ihrer Beladung mit den geernteten Torfmoosen nicht stecken bleiben.“ Ein weiterer Fokus des Projektteams liegt darin, mit regionalen Akteur*innen in den beiden Projektregionen in den Austausch zu kommen, die Zukunft der regionalen Landnutzung zu identifizieren und gemeinsam einen Transformationspfad zu entwickeln.
Projekte wie MOOSland können ein wichtiger Baustein für Umwelt- und Klimaschutz sein – so kann auf den wiedervernässten Moorflächen durch Paludikultur nicht nur weiterhin Wertschöpfung erfolgen, sondern es können auch Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten entstehen, Wasser gefiltert sowie die Landschaft durch erhöhte Verdunstung gekühlt werden. Der Kohlenstoff bleibt im Boden gespeichert. Im Zuge der Wiederherstellungsverordnung der EU erhofft sich Dr. Greta Gaudig daher, dass es bald auch Förderungen solcher Projekte und vor allem mehr Anreize für die Landwirt*innen gibt, Wiedervernässung umzusetzen. „Das kann etwa die Förderung der erforderlichen Investitionen sein oder eine Honorierung dafür, dass dadurch Ökosysteme und ihre Leistungen für uns Menschen geschützt und wiederaufgebaut werden.“
Weitere Informationen
Dr. Greta Gaudig
Universität Greifswald
Partner im Greifswald Moor Centrum
Soldmannstraße 15
17487 Greifswald