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Arbeit / Aktuell

Der unterschätzte Klimasünder

Mandy Schoßig

Deponien stoßen Methan aus – schlecht fürs Klima, denn Methan ist 27-mal klimaschädlicher als CO2. Obwohl die Methanemissionen von Abfalldeponien in Deutschland seit den 1990er Jahren stark gesunken sind, belaufen sie sich immer noch auf etwa 80 Kilotonnen jährlich. Das entspricht über zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Das Projekt „Multisensorische drohnenbasierte Methandetektion auf Deponieumgebungen (MethaSense)“ soll nun mit Hilfe von Drohnen die Erfassung von Methanemissionen aus Deponien deutlich verbessern. Gefördert wird dies vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. „Bisher werden die Methanausgasungen von Deponien zwei Mal pro Jahr manuell in einem Raster von 25 mal 25 Metern erfasst. Wir wollen hier mit Hilfe von Drohnen die Datenlage auf ein neues Level heben. Im Idealfall können Deponiebetreiber*innen dann Methan gezielter absaugen, verhindern, dass es in die Atmosphäre gelangt, und es sogar zur Stromproduktion nutzen", sagt Senior Researcher Tobias Wagner.

Das Öko-Institut arbeitet noch bis Oktober 2027 gemeinsam mit mehreren Projektpartnern unter Leitung der Gravionic GmbH an diesem Projekt und erstellt eine Ökobilanz. „Wir bilden die Vorteile für Umwelt und Klima ab, aber auch die Nachteile, die etwa durch den Stromverbrauch der Drohnen und der Cloudanwendungen entstehen können“, so der Wissenschaftler. Er betont außerdem: „Das Transferpotenzial ist bei diesem Vorhaben besonders groß: Andere Anwendungsfälle könnten etwa die Ortung von Leckagen bei Pipelines oder Biogasanlagen oder die Quantifizierung der Methanemissionen aus Mooren oder Fischteichen sein. Außerdem könnte diese Technik im Erfolgsfall international deutlich größere Einsparpotenziale erschließen als in Deutschland, da die Methanemissionen aus Deponien in anderen Ländern wesentlich höher sind.“

Ansprechpartner am Öko-Institut

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