Geparkte Wärme
Christiane Weihe
Aquifere können uns beim Heizen helfen. Denn in diesen wasserführenden Gesteinsschichten lässt sich überschüssige Wärme „parken“ – in Form von Aquifer-Wärmespeichern (Aquifer Thermal Energy Storage, ATES). Im Projekt „Optimierte Integration thermischer Aquiferspeicher in Fernwärmesysteme“ (OptInAquiFer) hat das Öko-Institut gemeinsam mit Hamburg Institut Research (Leitung), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Geothermie Neubrandenburg GmbH sowie drei Fernwärmenetzbetreibern analysiert, welchen Beitrag ATES zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen leisten können. „Darüber hinaus haben wir das Potenzial von Aquiferspeichern im Norddeutschen Becken, im Oberrheingraben und im Molassebecken bewertet“, sagt Benjamin Köhler, Senior Researcher am Öko-Institut. „Das Modellgebiet in Augsburg eignet sich für ein verlustarmes Speichersystem, in Hamburg liegen die Vorteile bei einer effektiven direkten Nutzung der gespeicherten Wärme und in Freiburg bei einer hohen Energieumschlagrate.“ Die Analyse zeigt damit, dass es stets standortspezifische Lösungen braucht. „ATES können in der Fernwärme wirtschaftlich betrieben werden, selbst bei einem rein saisonalen Betrieb. Zusätzlich sinken mit Aquiferspeichern in den meisten Fällen die CO2-Emissionen.“
Das Projektteam hat auch den regulatorischen Rahmen betrachtet, darin bestehende Lücken identifiziert und Hemmnisse für die Genehmigung von ATES-Vorhaben verdeutlicht. „Bereits im Lauf des Projektes hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und schließlich der parlamentarische Gesetzgeber dies für einen Gesetzentwurf aufgegriffen, der die Technologie erstmals in das Fachrecht integriert“, so Köhler. Nicht zuletzt hat das Projektteam eine generalisierte Herangehensweise an die Umsetzung von ATES erstellt, um diese interessierten Fernwärmenetzbetreibern in Zukunft zu erleichtern.