Ausgabe: Dezember 2016, Zurück auf Anfang – Nachhaltige Lieferketten


Arbeit / Rückblick

Renewbility III

Der Klimaschutzbeitrag des Verkehrs

Streng genommen hat der Verkehrssektor noch nichts zum Klimaschutz beigetragen – in den vergangenen Jahren sind seine Treibhausgasemissionen sogar wieder angestiegen. Wie sich das ändern lässt, zeigt das Projekt Renewbility: „Wir analysieren, wie sich unterschiedliche Maßnahmenbündel und Szenarien auf den Klimaschutzbeitrag des Verkehrs auswirken, und betrachten auch die ökonomischen Konsequenzen“, so Ruth Blanck, Wissenschaftlerin am Öko-Institut. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums betrachteten die Experten gemeinsam mit dem Institut für Verkehrsforschung im DLR, INFRAS und dem ifeu-Institut für Renewbility III nur Szenarien, durch die der Verkehr bis 2050 vollständig dekarbonisiert wird. „Die notwendige Energie muss dann aus erneuerbarem Strom und nachhaltigen erneuerbaren Kraftstoffen, also strombasierten Kraftstoffen oder Biokraftstoffen, stammen.“

Renewbility III zeigt: Eine vollständige Dekarbonisierung des Verkehrssektors ist machbar. „Zentral ist, dass die Effizienz maximal gesteigert wird und das Verkehrssystem insgesamt nachhaltiger wird. Dort, wo es möglich ist, muss Strom direkt genutzt werden“, sagt Ruth Blanck, „strombasierte Kraftstoffe sollten nur dort eingesetzt werden, wo es keine andere Möglichkeit gibt.“ Wenn man einfach alle fossilen Kraftstoffe durch strombasierte Kraftstoffe ersetze, führe das zu negativen volkswirtschaftlichen Effekten. Eine sehr wichtige Rolle spielen die Kommunen bei der Förderung des Fuß- und Radverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs – Maßnahmen, die die Lebensqualität in Städten erheblich verbessern können. „Weitere zentrale Maßnahmen sind Effizienzsteigerungen bei den Fahrzeugen und höhere Kosten für den motorisierten Individualverkehr“, erklärt Blanck. Volkswirtschaftlich könne sich die vollständige Dekarbonisierung durchaus lohnen, vor allem wenn man die Reduktion externer Kosten berücksichtigt, die etwa im Gesundheitssektor durch Luftschadstoffe entstehen. „Eine wesentliche Voraussetzung ist aber, dass Deutschland bei den neuen Technologien wie etwa Elektrofahrzeugen auf dem globalen Markt eine zentrale Rolle spielt statt wie bisher weiter auf den Verbrennungsmotor zu setzen.“

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Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Ruth Blanck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Ressourcen & Mobilität

Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Tel.: +49 30 405085-305

r.blanck--at--oeko.de

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