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Ausgabe Dezember 2017

Endlagerung

Die ersten Schritte

Editorial


Startschuss für die Endlagerung

Das Vorwort von Michael Sailer, Sprecher der Geschäftsführung des Öko-Instituts

Im Juli 2016 hat die Kommission zur Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe, kurz Endlager-Kommission, ihren Abschlussbericht vorgelegt. Ich selbst war Teil der Kommission, die insgesamt zwei Jahre lang daran gearbeitet hat, die Grundlagen für die Standortsuche eines Endlagers in Deutschland festzulegen. Im Sommer 2016 nahm das neu gegründete Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) seine Arbeit auf, im Folgenden wurde die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als Betreiber der Endlager gegründet; im Mai 2017 beschloss der Deutsche Bundestag das überarbeitete Standortauswahlgesetz für ein atomares Endlager. Damit steht der kommende Suchprozess auf soliden wissenschaftlich-fachlichen, politischen und organisatorischen Füßen. Auch wenn er nicht immer leicht war, ist doch die demokratisch legitimierte Basis, die er gelegt hat, immens wichtig. Das können wir...

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Startschuss für die Endlagerung

Im Fokus


Keine schnellen Lösungen

Die Schweizerische Energie-Stiftung

Am Anfang hört sich alles sehr vertraut an. Der Ausstieg aus der Atomkraft wurde beschlossen. Es wird nach einem Endlager gesucht. Wir haben es mit einer Institution zu tun, die aus der Anti-Atomkraft-Bewegung hervorgegangen ist. Doch nach wenigen Sätzen wird klar: Die Entwicklung in der Schweiz unterscheidet sich in den Details deutlich von jener in Deutschland – etwa mit Blick auf die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungsfindung. „Wir hatten in der Schweiz... mehr

Keine schnellen Lösungen

Erste Schritte

Die Suche nach einem Endlagerstandort

Es ist ein Prozess der Superlative. Er betrifft das ganze Land. Im Fokus werden etliche Regionen stehen. Er wird noch Generationen beschäftigen. Es wird etwas gebaut, das bestmögliche Sicherheit garantieren soll, für einen Zeitraum von einer Million Jahren. Ursache für diesen Prozess ist der denkbar gefährlichste Müll – hochradioaktiver Abfall. Die Suche nach einem Endlagerstandort hat im September 2017 offiziell begonnen. Wie dieser Prozess optimal umgesetzt werden kann, daran... mehr

Erste Schritte

Endlagerung, Deponierung oder Wiederverwendung?

Die Freigabe von Rückbauabfällen

Für einen Großteil der deutschen Kernkraftwerke hat das Ende des Atomzeitalters bereits begonnen: Nur acht von ihnen sind noch in Betrieb, 21 befinden sich bereits im Prozess der Stilllegung, für vier weitere wurde ein Antrag auf Stilllegung gestellt. Derzeit werden viele Kernkraftwerke zurückgebaut – doch wohin werden die dabei entstehenden Abfälle gebracht? Was geschieht mit Brennelementen und Rohrleitungen, dem Reaktordruckbehälter oder den Wänden des Reaktorgebäudes? Wer... mehr

Endlagerung, Deponierung oder Wiederverwendung?

„Wir müssen Vertrauen schaffen und die Menschen einbinden“

Im Interview: Prof. Dr. Klaus Töpfer (Nationales Begleitgremium)

Kein Verfahren hinter verschlossenen Türen, keine Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg – die Suche nach einem Endlagerstandort steht im Zeichen von Transparenz, Fairness und Beteiligung. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das so genannte Nationale Begleitgremium (NBG), dessen Einrichtung die Endlagerkommission empfohlen hat: Das NBG besteht aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Bürgervertreterinnen und -vertretern und soll den Prozess der Standortauswahl... mehr

„Wir müssen Vertrauen schaffen und die Menschen einbinden“

Porträt

Julia Mareike Neles (Öko-Institut)

Komplex ist ihr Fachgebiet. Und mitunter auch schwer verständlich. Das wurde Julia Neles im Juni 2017 einmal wieder deutlich... mehr

Porträt

Porträt

Pascale Jana Künzi (Schweizer Bundesamt für Energie)

Akzeptanz ist für sie ein großes Wort. Vielleicht sogar zu groß. „Es wird immer Menschen geben, die gegen ein Endlager sind,... mehr

Porträt

Porträt

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig (TU Clausthal)

Während bei anderen Professoren die Hörsäle aus allen Nähten platzen, könnte er sich mit seinen Studenten bequem in ein Café... mehr

Porträt

Arbeit / Aktuell


Urbaner Umweltschutz

Nachhaltige Konzepte für die Stadt von morgen

Lebenswert und umweltfreundlich soll sie sein, die Stadt von Morgen. Mit ausreichend Grün- und Freizeitflächen, sauberer Luft, geringem Ressourcenverbrauch, kurzen Wegen, effizienter Energie- und Abfallwirtschaft und attraktiven Mobilitätsangeboten. Doch welche Maßnahmen und Planungsinstrumente braucht es für solch eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung? Mit verschiedenen Partnern arbeitet der Bereich Ressourcen & Mobilität des Öko-Instituts bis zum Jahr 2020 in drei... mehr

Urbaner Umweltschutz

Technik und Gesellschaft

Die Entsorgung radioaktiver Abfälle

Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle nicht nur technische, sondern auch soziale Aspekte eine zentrale Rolle spielen. „Es besteht jedoch noch großer Forschungsbedarf bei der Frage, welche Wechselwirkungen es zwischen den technischen und sozialen Faktoren gibt“, sagt Anne Akinsara-Minhans vom Öko-Institut, „offene Fragen sind zum Beispiel, wie Technik und Gesellschaft in Entscheidungsprozessen zusammenwirken und wie... mehr

Technik und Gesellschaft

Nukleare Risiken – darstellen, diskutieren, Maßnahmen ergreifen

Neues Spendenprojekt des Öko-Instituts

Kriegerische Auseinandersetzungen in der Ukraine, bewaffnete Kämpfe in Pakistan, schwelende Konflikte um Iran und Nordkorea: Konflikte und Krisenherde nehmen weltweit zu – und damit genauso die Verwundbarkeit der nuklearen Anlagen in diesen Regionen. Zwar wird bislang davon ausgegangen, dass absichtliche Angriffe auf kerntechnische Anlagen tabu sind – aber ist dies tatsächlich so? Statt auf ein unsichtbares Tabu zu vertrauen, müssen die Risiken klar benannt und internationale... mehr

Nukleare Risiken – darstellen, diskutieren, Maßnahmen ergreifen

Recht für mehr nachhaltige Mobilität

Hürden abbauen, Innovationen fördern

Wie können Städte gesonderte Parkflächen für das Carsharing einrichten? Wie können sie Räume, die derzeit für den Verkehr reserviert sind, für andere Nutzungsformen – etwa für Veranstaltungen oder als Spielflächen – zurückgewinnen? Wie lassen sich Genehmigungen für Bürgerbusse oder Mitfahrsysteme auf dem Land einfacher umsetzen? Häufig stehen rechtliche Hürden solchen und weiteren Entwicklungen bzw. den sich ändernden Mobilitätsbedürfnissen entgegen. Das aktuelle Projekt „Recht... mehr

Recht für mehr nachhaltige Mobilität

Arbeit / Rückblick


Waldvision 2050

Auswirkungen von mehr Naturschutz

Wälder sind das Zuhause zahlreicher Tier- und Pflanzenarten. Unverzichtbare Kohlenstoffspeicher. Klimaregulatoren. Und nicht zuletzt: ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Denn Wälder werden hierzulande vor allem für die Holzproduktion bewirtschaftet. Derzeit stehen nur zwei Prozent der deutschen Wälder unter Schutz – obwohl es laut Nationaler Biodiversitätsstrategie im Jahr 2020 schon fünf Prozent sein sollten. Alte Wälder, besonders wertvolle Ökosysteme, sind zudem selten. Doch was... mehr

Waldvision 2050

Mobiles Baden-Württemberg

Transformation des Verkehrssektors

Von einer nachhaltigen Entwicklung ist der Verkehr in Baden-Württemberg weit entfernt: Seine Emissionen liegen heute sogar über dem Niveau von 1990. „Eine umfassende Transformation ist unausweichlich – nicht nur aus ökologischen Gründen“, sagt Dr. Wiebke Zimmer vom Öko-Institut, „wichtig ist sie auch mit Blick auf einen weltweiten Trend hin zur Elektromobilität, der die deutsche Automobilwirtschaft zu überrollen droht.“ Wie aber lässt sich ein Wandel zur Nachhaltigkeit einleiten,... mehr

Mobiles Baden-Württemberg

Reichen die Rohstoffe?

Bedarf der Elektromobilität

In der Diskussion über Elektromobilität spielt auch ihr Rohstoffbedarf eine zentrale Rolle – und die Frage, wie er gedeckt werden kann. „Selbst wenn die Zahl von Elektrofahrzeugen bis 2050 hierzulande und global deutlich steigt, kann die damit zusammenhängende Rohstoffnachfrage gedeckt werden“, sagt dazu Rohstoffexpertin Stefanie Degreif. In der Analyse „Strategien für die nachhaltige Rohstoffversorgung der Elektromobilität. Synthesepapier zum Rohstoffbedarf für Batterien und... mehr

Reichen die Rohstoffe?

Grenzen für die Umwelt

ÖkoRess I

Verlust von Ökosystemen, Schadstoffbelastung von Boden und Luft, Eingriffe in den Wasserhaushalt – die Gewinnung abiotischer Primärrohstoffe, also nicht erneuerbarer Rohstoffe wie Erze, Kies, Sand oder Kohle, ist oft mit schädlichen Umweltauswirkungen verbunden. Wie tiefgreifend diese sind, kann je nach Rohstoff, Art des Abbaus und der Aufbereitung sehr unterschiedlich sein. Gleichzeitig steigt der Rohstoffbedarf weltweit an. Vor diesem Hintergrund hat das Öko-Institut nun eine... mehr

Grenzen für die Umwelt

Perspektive


40 Jahre Öko-Institut

Rückblick auf ein besonderes Jubiläum

Vier Jahrzehnte. Ich muss gestehen: Ich bin selbst immer wieder beeindruckt. Von dem beachtlichen Weg, den das Institut in dieser Zeit durchlaufen hat. Von den Menschen, die das Institut geprägt haben. Von den beeindruckenden Studien, die unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern umgesetzt haben. Von der großen Wertschätzung, die uns im Rahmen des zurückliegenden Jubiläumsjahrs von so vielen Seiten entgegen gebracht wurde.

Das Jubiläumsjahr 2017 stand unter dem Motto „Wir...

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40 Jahre Öko-Institut

Einblick


40 Jahre Öko-Institut: Feier und Ausblick in die Zukunft

Große Jubiläumsveranstaltung in Berlin

Mit rund 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, mit langjährigen Wegbegleitern und neuen Partnern haben wir am 7. November unser 40. Jubiläum in Berlin groß gefeiert. Am Nachmittag diskutierten wir in drei spannenden Talkrunden die Herausforderungen an eine nachhaltige Zukunft; der Abend bot als Festveranstaltung Zeit zum Diskutieren, Vernetzen und Feiern. Dr. Barbara Hendricks, amtierende Bundesumweltministerin, dankte uns für die Arbeit der... mehr

40 Jahre Öko-Institut: Feier und Ausblick in die Zukunft

Geht das eigentlich …

dass die Energiewende für Privathaushalte ein Gewinn wird?

Ja, das geht tatsächlich und kann durch die Politik, durch die Energieversorger, aber auch durch die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst erreicht werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, regelt, wie viel Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz gelangt und wie dieser gefördert wird. Die EEG-Umlage deckt dabei die Differenz aus dem aktuellen Börsenstrompreis und den festgelegten, höheren Vergütungssätzen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Sie wird auf den... mehr

Geht das eigentlich …

Vorschau


Exnovation

Wandel aktiv gestalten

Eigentlich sollte der Abschied leicht fallen: Der Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Produkten wie ineffizienten Glühlampen oder riskanten Technologien wie der Kernenergie ist ein Fortschritt in Richtung Nachhaltigkeit. Gleichzeitig ist ein Ausstieg aus solchen Technologien, Produkten und Praktiken, die so genannte Exnovation, mit Herausforderungen, Widerständen und Ängsten verbunden, etwa hinsichtlich der ökonomischen Folgen. Doch mit Blick auf eine effektive Klimapolitik wird etwa der...

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Exnovation

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