Ausgabe: Dezember 2018, Die soziale Seite der Energiewende


Im Fokus

Porträt

Dr. Corinna Fischer (Öko-Institut)

Ruhig und luxuriös wohnen im Alter? Kommt für sie nicht in Frage. Sie wünscht sich für die Zukunft eine lebendige Hausgemeinschaft, zusammen genutzte Räume und Einrichtungen, Geselligkeit und Miteinander über Generationen hinweg. „Das ist ein Wunsch, den ich mit vielen Menschen teile, leider sind die Möglichkeiten aber noch sehr begrenzt“, sagt Dr. Corinna Fischer vom Öko-Institut, „hier sollten etwa die Gemeinden tätig werden und zum Beispiel Grundstücksverkäufe verpflichtend mit einem bestimmten Wohnkonzept verbinden.“

Gerade im Alter wohnen Menschen häufig auf überdimensionierten Flächen, ohne sie wirklich zu brauchen, etwa nach dem Auszug der Kinder. „Wenn man sie motivieren könnte, sich zu verkleinern, könnte man sehr viel Bauland und sehr viel Energie einsparen“, sagt die Wissenschaftlerin. In einem aktuellen Forschungsprojekt beschäftigt sich Fischer nun mit der Frage, wie die Älteren dazu bewegt werden können, ihre Wohnsituation zu überdenken und anzupassen. „Gemeinsam mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) werden wir in 300 Haushalten ein Konzept erproben, bei dem ein Berater mit den Betroffenen konkret über ihre aktuelle Situation, aber auch über Alternativen und bestehende Angebote zu Wohnraumanpassungen spricht“, so die Expertin.

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Ansprechpartnerin am Öko-Institut


Dr. Corinna Fischer
Produkte & Stoffströme
Büro Darmstadt
Tel.: +49 6151 8191-131
Fax: +49 6151 8191-133
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Zur Person

Expertise

Forschungsschwerpunkt: Nachhaltiger Konsum und Produkte

Themen:

  • Energiesparen in privaten Haushalten
  • Energieeffiziente Produkte
  • Ökodesign-Richtlinie und EU-Energielabel
  • Nachhaltiger Konsum: Verbraucherperspektive und Verbraucherverhalten; Suffizienz

Methoden:

  • Policy-Analyse
  • Qualitative Sozialforschung

Wichtige Projekte

  • LebensRäume: Instrumente zur bedürfnisorientierten Wohnraumnutzung in Kommunen (BMBF; Konsortialleitung)
  • Möglichkeiten der Instrumentierung von Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung (Umweltbundesamt, Projektleitung)
  • Wissenschaftliche Untersuchung zur Steigerung der produktbezogenen Energieeffizienz (BMWi, Projektleitung)
  • Bürgerbeteiligung und soziale Teilhabe im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Programms für Nachhaltigen Konsum: neue Impulse für das bürgerschaftliche Engagement (Umweltbundesamt, Konsortialleitung)
  • Ökologisches Design als Kaufkriterium für Verbraucher stärken (Umweltbundesamt; Konsortialleitung)
  • Nachhaltigen Konsum weiterdenken (Umweltbundesamt)

Ausbildung und Berufserfahrung

  • Seit 2010: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Öko-Institut, Bereich Produkte & Stoffströme
  • 2008 – 2009: Referentin für energieeffiziente Produkte und Normung, Verbraucherzentrale Bundesverband, Berlin
  • 2002 – 2008: Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Forschungsstelle für Umweltpolitik, Freie Universität Berlin
  • 1996 – 2002: Promotion, Freie Universität Berlin und TU Chemnitz, zum Thema „Motivation ostdeutscher Jugendlicher zur Mitarbeit in einem Umweltverband“
  • 1999 – 2000: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Hygiene-Museum Dresden; Organisation der Fachkonferenz „Neue Wege zum nachhaltigen Konsumverhalten“
  • 1996 – 2005: Freiberufliche Tätigkeit in der Umweltpolitikforschung und -beratung sowie in der politischen Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene, als Trainerin und Moderatorin
  • 1990 – 1998: Studium der Politischen Wissenschaften und Psychologie an der Philipps-Universität Marburg und Freien Universität Berlin; 1995 Abschluss als Diplom-Politologin

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