Positive Wirkungen des Klimaschutzplans der Bundesregierung

01.11.2018
Klimaschutzplan: Ökologische, soziale, wirtschaftliche Wirkung

Erreicht Deutschland seine Klimaziele bis 2030 und 2050, hat das positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Insbesondere wenn Energieeffizienz zur Maxime bei der Modernisierung der Wirtschaft wird, können Kosteneinsparungen in der Zukunft heute notwendige Investitionen mehr als gegenfinanzieren. Zudem werden so Innovationen und Lerneffekte für eine umweltverträgliche, technologisch fortschrittliche Wirtschaftsweise angeregt. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie eines Forschungskonsortiums unter der Leitung des Öko-Instituts im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. 

Folgenabschätzung des Klimaschutzplans 2050

Der im November 2016 von der deutschen Bundesregierung beschlossene Klimaschutzplan 2050 zeigt auf, wie die langfristigen Klimaschutzziele erreicht werden und wie sich die Ziele bis zum Jahr 2030 auf die Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft verteilen (so genannte Sektorziele).

Die jetzt vorliegende Folgenabschätzung skizziert dabei Pfade zur Zielerreichung und untersucht die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgewirkungen der Sektorziele für 2030 des Klimaschutzplans 2050.

Die Untersuchung macht deutlich, dass die Klimaschutzziele der untersuchten Sektoren mit verschiedenen Strategien erreicht werden können. Alle betrachteten Handlungsstrategien weisen positive volkswirtschaftliche Effekte auf. Es zeigt sich jedoch klar, dass eine vorrangig auf Energieeffizienz fokussierte Strategie volkswirtschaftlich vorteilhafter, weil kostengünstiger ist. Dies bringt positive Auswirkungen auf die Wertschöpfung ebenso wie auf das Bruttoinlandsprodukt und die Beschäftigung mit sich.

Politische Anreize für eine klimafreundliche Wirtschaft

Die Forscherinnen und Forscher beschreiben zudem die Herausforderungen für den Übergang in eine klimaschonende Volkswirtschaft. Zum einen müssten Investitionen insbesondere im Gebäudesektor und in der Energiewirtschaft aufgebracht werden und es sind große Effizienzsteigerungen im Industrie- und Verkehrssektor nötig. Zum anderen muss die Politik frühzeitig den Pfad zu mehr Klimaschutz einschlagen, da viele Auswirkungen langfristig angelegt sind und vorausschauende Entscheidungen bedürfen.

Dazu gehört unter anderem, neue Wertschöpfungsstrukturen zu schaffen, also neue Industriezweige wie beispielsweise die Batterieherstellung für die Elektromobilität in Deutschland anzusiedeln, damit deutsche Unternehmen sowie Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer langfristig profitieren können.

Zudem müssten Fachkräfte, Expertinnen und Experten – vor allem für die notwendigen Sanierungen im Gebäudebereich – gezielt ausgebildet bzw. angeworben werden. Nicht zuletzt bedürfen regionale Wandelprozesse etwa beim Kohleausstieg einer gezielten Förderung und das Schaffen neuer Perspektiven.

In allen Fällen müssen soziale Aspekte bei der Ausgestaltung von Instrumenten und Maßnahmen zur Erreichung der Sektorziele berücksichtigt werden.

Breites Forschungskonsortium für den Klimaschutz

Das Forschungsvorhaben wurde von einem Konsortium unter der Federführung des Öko-Instituts und in Zusammenarbeit mit Fraunhofer ISI, Prognos, MFIVE, IREES und FIBL durchgeführt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutierten die Folgenabschätzung zudem entsprechend den Vorgaben des Klimaschutzplans mit Sozialpartnern aus Gewerkschaften, Verbänden, Fraktionen, Ministerien und den Bundesländern.

Zusammenfassung der Studie „Folgenabschätzung zu den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgewirkungen der Sektorziele für 2030 des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung“ des Öko-Instituts