Stromspeicher für Solaranlagen: Empfehlungen für Privathaushalte

01.12.2017
Netzdienliche Speicher als Baustein der Energiewende

Welche Speichersysteme für private Solaranlagen hinsichtlich Qualität und Umweltrelevanz empfehlenswert sind, beschreibt eine aktuelle Studie des Öko-Instituts im Auftrag der Elektrizitätswerke Schönau. Die Studie listet darin Vor- und Nachteile der in Frage kommenden Batterien auf und legt Kriterien für die Beurteilung von Speichertechnologien und deren Hersteller fest. Dabei standen Qualität, Lebensdauer, Sicherheit, Rohstoffbedarf aber auch Designaspekte im Hinblick auf Reparatur- und Recyclingfreundlichkeit sowie Serviceangebote für Kunden im Fokus des Expertenteams. Die Analyse zeigt, dass keine der Batterietechnologien uneingeschränkt empfehlenswert ist. Einzig bei Salzwasser-Batterien und Lithium-Eisenphosphat-Batterien überwiegen die positiven Aspekte.

Hintergrund: Im Rahmen der Energiewende fördern die Elektrizitätswerke Schönau ihre Kunden mit einem Zuschuss für die Anschaffung von Batteriespeichern, mit denen Privathaushalte den selbst erzeugten Strom speichern können. Die vom Öko-Institut entwickelten Förderkriterien bilden die Grundlage zur Bewertung der Speichersysteme.

Speichertechnologien: Blei, Lithium oder Salzwasser?

Der Markt für Speichersysteme für Solaranlagen ist vielfältig. Dominierten früher Bleibatterien, sind heute Lithium-Ionen-Batterien mit über 90 Prozent Marktanteil verbreitet – darunter im Wesentlichen Batterien mit Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid (LNMC) und Lithium-Eisenphosphat (LFP) Anteilen. „Es gibt zahlreiche technologische Unterschiede, die eine Auswahl erschweren“, beschreibt Projektleiterin Kathrin Graulich die Herausforderung für Verbraucher. „Doch nicht nur Kosten, Speicherkapazität und Wartungsaufwand sollten wichtige Entscheidungskriterien sein, sondern auch ob ihre Herstellung negative Umweltauswirkungen hat, ob sie langlebig sind und ob sie das Stromnetz stabilisieren.“

Netzdienliche Batteriespeicher als Baustein der Energiewende

Steht für den einzelnen Haushalt die Erhöhung des Eigenverbrauchs im Vordergrund, kann dies im Sinne der Energiewende möglicherweise sogar kontraproduktiv sein: Je nach Wirkungsgrad des Batteriesystems geht ein Teil des aus Sonnenenergie gewonnenen Stroms verloren und kann nicht mehr Strom aus fossiler Erzeugung verdrängen. Die Summe der dezentralen Batterien sollte jedoch vielmehr dabei helfen, die Schwankungen der erneuerbaren Energien auszugleichen, indem sie etwa  lokale Netze bei Auslastungsspitzen entlasten oder den Strom zu Zeiten einspeisen, in denen sonst nur wenige erneuerbare Energien produziert werden, wie etwa bei Windstille. Empfehlenswerte Photovoltaik-Batteriespeicher verfügen daher über entsprechende technische Schnittstellen und eine intelligente Ladestrategie, um durch Ausgleich von Erzeugung und Verbrauch des Stroms das Gesamtsystem zu optimieren.

Studie „Entwicklung von Kriterien und Herstellerempfehlungen für ein Förderprogramm der EWS zu Photovoltaik-Batteriespeichern“ des Öko-Instituts