Neuer Leitfaden zur Rohstoffgewinnung aus Mülldeponien

08.07.2016
Mülldeponien enthalten viele Wertstoffe

Jahrzehntelang wurden Abfälle zu riesigen Deponien aufgehäuft. Dass sich ein Rückbau lohnen kann, um wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen, zeigt ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt unter Beteiligung des Öko-Instituts.

Seit 2013 wurden im Rahmen des Projektes Abfälle durch Probebohrungen auf der Deponie „Pohlsche Heide“ im Kreis Minden-Lübbecke geborgen und auf verwertbare Inhaltsstoffe untersucht. Im Fokus der Forschungsgruppe von Unternehmen und Forschungsinstituten standen dabei die Rückgewinnung von Wertstoffen wie Glas, Kunststoffe, Energiebrennstoffe als Ersatz für Primärbrennstoffe und Metalle. Nicht zuletzt dient der Deponierückbau auch immer zur Rückgewinnung von Flächen, die wieder für andere Zwecke zur Verfügung stehen.

Ökologische und ökonomische Bewertung

Die Bewertung der Potenziale des ressourcenorientierten Deponierückbaus (engl.: Enhanced Landfill Mining) zeigt, dass sich der Rückbau umso eher lohnt, je höher die Methanemissionen, die Metallgehalte und die energetische Nutzungsmöglichkeiten der heizwertreichen Bestandteile der Deponie sind. Die Expertinnen und Experten empfehlen zudem, rechtzeitig über die mögliche Verwertung zu entscheiden, um nicht zu viele Methanemissionen entweichen zu lassen.

Der jetzt veröffentlichte Leitfaden zum Enhanced Landfill Mining beschreibt die mit einem Deponierückbau verbundenen rechtlichen und technischen Aspekte, hilft bei der Entscheidungsfindung und gibt Handlungsempfehlungen. Er richtet sich in erster Linie an kommunale und politische Entscheidungsträger der verschiedenen Verwaltungsebenen sowie an Aufsichts- und Genehmigungsbehörden.

Zum Leitfaden Enhanced Landfill-Mining

Ansprechpartner am Öko-Institut:

Günter Dehoust 
Senior Researcher im Institutsbereich Ressourcen & Mobilität 
Öko-Institut e.V., Büro Berlin 
Tel.: +49 30-405085-355 
E-Mail: g.dehoust@oeko.de