Gutachten zum Erkenntnisstand zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks

Im Auftrag der DeTeMobil Deutsche Telekom MobilNet GmbH (T-Mobil)

Das Öko-Institut e.V. hat im Dezember 2000 ein von T-Mobile in Auftrag gegebenes Gutachten zum aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen des Mobilfunks veröffentlicht.

Um die Problematik von verschiedenen Fachleuten bewerten zu lassen, hat T-Mobile gleichzeitig drei weitere Gutachten zu diesem Thema vergeben: Beauftragt wurden zusätzlich das Ecolog-Institut (Hannover), Professor Jiri Silny (Forschungszentrum für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit, RWTH Aachen) und Professor Roland Glaser (Institut für Biologie, Humboldt-Universität Berlin).

Diese vier Gutachten weisen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf: Keines der Gutachten kommt zu dem Schluss, dass es wissenschaftliche Nachweise für Risiken unterhalb der derzeit gültigen Grenzwerte gibt. Unterschiede finden sich jedoch im Hinblick auf die Bewertung, in welchem Umfang gesicherte Erkenntnisse vorliegen. Die Gutachten unterscheiden sich auch in Bezug darauf, ob und in welchem Ausmaß Vorsorgemaßnahmen für den Gesundheitsschutz für notwendig erachtet werden.

Da von T-Mobile von vornherein unterschiedliche Ergebnisse erwartet wurden, fand im Anschluss der Teilgutachten als ein weiterer Bestandteil des Projektes ein wissenschaftlicher Diskurs zwischen den Gutachtern sowie mit anderen Wissenschaftlern über die jeweils ermittelten Ergebnisse statt. Dieser Diskurs wurde von der Programmgruppe Mensch, Umwelt, Technik (MUT) des Forschungszentrums Jülich geleitet.

Ziel des Diskurses war Transparenz darüber zu schaffen, welche Konsense bzw. Dissense zwischen den einzelnen Gutachten bestehen und welche Ursachen diese besitzen könnten. Ein weiteres Ziel war es zu klären, wie das Vorsorgeprinzip im Bereich des Mobilfunks zu verstehen ist, d.h. auf welcher wissenschaftlichen Basis Vorsorgemaßnahmen zu treffen wären. Die beteiligten Wissenschaftler sollten dazu unter kritischer Abwägung aller Pro- und Kontra-Argumente die wissenschaftlichen Belege, die sie für ihre eigene Risikobewertung als wesentlich erachten, aufzeigen.