Stadt Bonn – Maßnahmen für eine sozial-gerechte Wärmeplanung
Die Stadt Bonn befindet sich derzeit im Prozess der kommunalen Wärmeplanung gemäß dem Wärmeplanungsgesetz (WPG). Im Rahmen dieses Prozesses wurde ein Zukunftsszenario für eine klimaneutrale Wärmeversorgung ab dem Jahr 2035 entwickelt. Dieses Szenario erfordert nicht nur den umfangreichen Ausbau bestehender Infrastrukturen, sondern impliziert zugleich tiefgreifende Veränderungen auf individueller Ebene. Die erfolgreiche Umsetzung setzt das aktive Mitwirken der Bonner Bevölkerung voraus – etwa durch energetische Gebäudesanierungen, den Austausch von Heizsystemen sowie durch Veränderungen im alltäglichen Verhalten. Damit stellt die Wärmewende nicht ausschließlich eine technische Herausforderung dar, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Transformation.
Besonders betroffen von den notwendigen Investitionen und den damit verbundenen Kostensteigerungen – etwa bei Energiepreisen oder infolge modernisierungsbedingter Mietanpassungen – sind einkommensschwache Haushalte. Diese wenden anteilig deutlich höhere Teile ihres Einkommens für Wohn- und Energiekosten auf und laufen Gefahr, in Energiearmut zu geraten. Um eine sozial gerechte Umsetzung der Wärmewende sicherzustellen, bedarf es daher gezielter flankierender Maßnahmen, die sowohl die Versorgungssicherheit für alle Bonner Bürger*innen gewährleisten als auch die gesellschaftliche Akzeptanz stärken.
Vor diesem Hintergrund werden in dem hier vorliegenden Kurzgutachten
- die bestehende Maßnahmenliste der kommunalen Wärmeplanung betrachtet und hinsichtlich der Berücksichtigung sozialer Belange bewertet. (Kapitel 2)
- Best Practices anderer Kommunen für eine „sozial gerechte Wärmewende“ vorgestellt (Anhang)
- Vorschläge für weiterführende und flankierende Maßnahmen entwickelt und Optionen für die soziale Ausgestaltung bestehender Maßnahmenvorschläge vorgestellt (Kapitel 3.1)
Die dargestellten Ergebnisse wurden mit Vertreter*innen der Stadt Bonn diskutiert und daraufhin weiterentwickelt.