Spenden
Fachartikel im Journal of Environmental Management

A review of forest management practices potentially suitable for carbon farming in European forests

  • Tommaso Chiti
    Department for Innovation in Biological, Agro-Food and Forest Systems (DIBAF), University of Tuscia
  • Ana Rey
    National Museum of Natural Sciences (MNCN), National Spanish Research Council (CSIC)
  • Jens Abildtrup
  • Jurij Diaci
    Biotechnical Faculty, Dep. of Forestry and Renewable Forest Resources, University of Ljubljana
  • Oliver Frings
  • Aleksi Lehtonen
    Natural Resources Institute Finland (Luke)
  • Helga Pülzl
    European Forest Institute, Finland
  • Andreas Schindlbacher
    Bundesforschungszentrum für Wald (BFW)
  • Miguel A. Zavala
    Universidad de Alcalá, Grupo de Ecología y Restauración Forestal (FORECO)

Um die Klimaneutralitätsziele der Europäischen Union bis 2050 zu erreichen, hat sich Carbon Farming (CF) als eine wichtige Strategie zur Verbesserung der Kohlenstoffbindung (C) in bewirtschafteten Ökosystemen herausgestellt. Diese Studie bewertet eine breite Palette von Waldbewirtschaftungspraktiken, die das Potenzial haben, Kohlenstoff in oberirdischer Biomasse (AGB) und organischem Kohlenstoff im Boden (SOC) in europäischen Wäldern zu binden, und berücksichtigt dabei auch positive Nebeneffekte und Kompromisse. Die Analyse basiert auf einer Literaturrecherche zu borealen, gemäßigten und mediterranen Regionen und bewertet Praktiken wie Aufforstung, Artenauswahl, Änderungen der Umtriebszeiten, reduzierte Ernteintensität, kontinuierliche Waldbewirtschaftung und Moorbewirtschaftung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Aufforstung von Ackerflächen das höchste kurzfristige Kohlenstoffspeicherpotenzial bietet, während Agroforstwirtschaft und die Wiedervernässung von Mooren erhebliche langfristige Vorteile bieten, insbesondere für den SOC. Eine reduzierte oder gar keine Ernte bietet ebenfalls kurzfristiges Speicherpotenzial, jedoch ist das Risiko von Leckagen potenziell sehr hoch. Der Erfolg von CF-Praktiken ist jedoch in hohem Maße kontextabhängig und wird durch den Waldtyp, das Störungsrisiko und die zukünftigen klimatischen Bedingungen beeinflusst. Diese Übersicht unterstreicht die dringende Notwendigkeit weiterer Studien, die sowohl die Kohlenstoffbindung über und unter der Erde als auch die zusätzlichen Vorteile berücksichtigen. Darüber hinaus wird die Bedeutung der Integration von Nachhaltigkeit, Dauerhaftigkeit, Leckagevermeidung und Zusätzlichkeit in CF-Initiativen hervorgehoben und die Notwendigkeit langfristiger, standortspezifischer Studien zur Information über politische Rahmenbedingungen und Kohlenstoffzertifizierungsrahmen unterstrichen.

In: Journal of Environmental Management, Volume 398, 15 January 2026, 128391