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WissensDialog Nordschwarzwald: Ein Reallabor-Projekt

Die Gründung des Nationalparks Schwarzwald am 1. Januar 2014 war ein bedeutendes Ereignis für die gesamte Region. Doch wie lassen sich die Chancen nutzen, die der Nationalpark für die nachhaltige Entwicklung der ganzen Region bietet? Und was können wir aus den im Nationalparkgebiet stattfindenden ökologischen Prozessen lernen? Dies sind die zwei Kernfragen des Reallabors „Wissensdialog Nordschwarzwald“ (WiNo). Getragen wurde das Projekt von einem interdisziplinären Team der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, dem Öko-Institut e.V., der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und der EVOCO GmbH. Die Verwaltungen des Nationalparks Schwarzwald und des Naturparks Schwarzwald Mitte-Nord wirkten als Praxispartner mit. Als einziges der bislang 14 vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur geförderten Reallabore bewegte sich WiNo nicht in einem urbanen Kontext, sondern widmete sich dem ländlichen Raum. Sechs Themenfelder wurden im Vorfeld durch die Befragung von Akteuren vor Ort als besonders wichtig identifiziert und waren Ausgangspunkt für das dreiphasige Projekt: 1) Im Kern von Phase 1 (Januar bis August 2015) stand die Veranstaltung „Wissensdialog Nordschwarzwald: Fragen, Diskutieren, Forschen“, während derer die Forschungspartner ihre Kompetenzen vorstellten und mit lokalen Akteuren und der Bevölkerung im Nordschwarzwald mögliche Forschungsfragen innerhalb der Themenfelder konkretisierten. Dem Ansatz des Co-Design folgend wurde das präzise Forschungsprogramm erst im Anschluss an diesen Wissensdialog ausgearbeitet. 2) In Phase 2 (August 2015 bis April 2017) wurden die im Co-Design entwickelten Teilprojekte wissenschaftlich bearbeitet. Die Themenpalette der bewilligten Teilprojekte war breit: Nachhaltige digitale Mobilitätskonzepte und innovative Produkte des Gesundheitstourismus, die historische Entwicklung der Kulturlandschaft, die Ausbreitung von Borkenkäfern sowie Dynamiken der natürlichen Waldentwicklung standen genauso auf der Agenda wie Instrumente zur Wegeplanung im Nationalpark, die Wahrnehmung von Wildtieren durch Bewohner(innen) und Besucher(innen) der Region und das lokale Wissen der Bevölkerung zum Nationalpark. Unter dem Stichwort der Co-Produktion von Wissen stand auch hier die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis im Vordergrund. Um diese zu befördern, standen zusätzliche finanzielle Instrumente zur Verfügung: Ein Wissenschaft-Praxis-Tandem-Programm ermöglichte es Wissenschaftler(inne)n und Praktiker(inne)n, die Arbeit der jeweils ‚anderen Seite‘ kennenzulernen; Mobilitätsstipendien erlaubten es Wissenschaftler(inne)n und Akteuren aus der Region, Erfahrungen mit anderen Nationalparks im In- und Ausland auszutauschen; in forschenden Lehr- und Lernprojekten bearbeiteten Studierende Projektthemen vor Ort. 3) In Phase 3 (Mai bis Dezember 2017) wurden die Ergebnisse vorgestellt und Problemlösungen entwickelt. Im Zentrum dieser Phase stand eine Veranstaltung im Projektgebiet, die der Synthese der wissenschaftlichen Ergebnisse diente und Impulsgeber für die Reflexion und das Anstoßen von aus dem Reallabor erwachsenden Projekten vor Ort sein sollte.

 

Mehr Informationen zum Projekt

Projektstatus

Projektende: 2018

Projektleitung

Rasmus Prieß

Auftraggeber

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg

Projektpartner

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg