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Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen und Aufbau von Ökokonten mit Hilfe der Flurbereinigung, Landmanagement und Bodenordnung

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, systematisch darzustellen, wie Flurbereinigungsverfahren für die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen und den Aufbau von naturschutzrechtlichen Ökokonten (§ 16 BNatSchG) genutzt werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die konzeptionelle Entwicklung von rechtlich und organisatorisch tragfähigen Modellen. Diese sollen aufzeigen, wie im Rahmen bestehender oder geplanter Flurbereinigungsverfahren zusätzlich Ökokonten aufgebaut und künftig auch eigenständige Verfahren mit diesem Ziel rechtssicher initiiert werden können. Die verschiedenen Verfahren der Flurbereinigung – das Regelverfahren gem. §§ 1, 4, 37 FlurbG, das vereinfachte Verfahren gem. § 86 FlurbG, das beschleunigte Zusammenlegungsverfahren gem. §§ 91 ff. FlurbG und das Verfahren des freiwilligen Landtausches gem. §§ 103a ff. FlurbG – sollen daher systematisch auf ihr Potenzial zum Aufbau von Ökokonten und Flächenpools untersucht werden.

Durch eine bessere Ausschöpfung der Möglichkeiten der ländlichen Bodenordnung kann die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen vorausschauender, flächensparender und effizienter gestaltet werden. Das Vorhaben leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der „Richtlinien für die projektunabhängige Bevorratung von Kompensationsmaßnahmen im Bundesfernstraßenbau (R BKS, ARS 08/2024)“ sowie zur Vereinfachung und Beschleunigung von Planung und Realisierung von Infrastrukturmaßnahmen im Allgemeinen. Zudem soll durch die Verbesserung der (vorgezogenen) Bereitstellung von Flächen für Kompensationsmaßnahmen nach den §§ 13 ff. BNatSchG auch der tatsächliche Eingriffsausgleich erleichtert, beschleunigt und aus fachlicher Sicht an besonders geeigneten Orten realisiert werden, wodurch ein Mehrwert für den Natur-, Biotop- und Biodiversitätsschutz erwartbar ist.

Die Bearbeitung erfolgt auf konzeptionell-wissenschaftlicher Grundlage und umfasst die rechtliche Analyse, ggf. die Auswertung von Praxisbeispielen und bestehenden Verfahren und die Entwicklung von standardisierten Verfahrensabläufen. Die Ergebnisse werden in einem Praxisleitfaden zusammengefasst, der konkrete Handlungsempfehlungen, Verfahrensabläufe und Beispiele für effiziente Vorgehensweisen enthält. Dieser Leitfaden soll dazu beitragen, den Aufbau und die Nutzung von Ökokonten in der ländlichen Bodenordnung bundesweit zu vereinfachen und zu standardisieren.

Das Projekt trägt damit zur Effizienzsteigerung und Beschleunigung von Planungsprozessen bei, unterstützt die Sicherung landwirtschaftlicher Nutzflächen, und ermöglicht einen frühzeitigen, ökologisch optimierten Einsatz von Kompensationsmaßnahmen. Es liefert eine fachliche Grundlage für Verwaltung, Teilnehmergemeinschaften und Flächenagenturen, um die Flurbereinigung künftig stärker als Werkzeug der naturschutzrechtlichen Kompensation, der Klimaresilienz und des nachhaltigen Landmanagements zu nutzen.

Mehr Informationen zum Projekt

Projektstatus

Projekt in Bearbeitung

Projektleitung

Auftraggeber

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Projektpartner

Wald in Raum und Öffentlichkeit
Prof. Dr. Antje Tölle
Christiane Graß