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Klimavorteile der stofflichen Substitution durch Waldbiomasse und geerntete Holzprodukte: Perspektive 2030

Die mittel- bis langfristigen Ziele der EU-Länder zur Verringerung der Treibhausgasemissionen hängen von den Beiträgen aller Sektoren zu den Minderungsanstrengungen ab. Geerntete Holzprodukte (HWP) bilden in den EU-Ländern einen bedeutenden Kohlenstoffspeicher, und ihre Bewirtschaftung wirkt sich nicht nur auf die Emissionen aus den Wäldern, sondern durch Substitutionseffekte auch auf andere Sektoren aus. Ziel dieser Studie ist es, verlässliche Daten und Analysen zum Gesamtpotenzial für die Eindämmung des Klimawandels zu liefern, das mit der Nutzung von Waldbiomasse in der EU zur Substitution von Materialien in Produkten und zur Erhöhung des Kohlenstoffbestands in HWP verbunden ist. Um eine Momentaufnahme und ein Systemverständnis des Zusammenspiels zwischen Waldökosystemen (innerhalb und außerhalb der EU), Klima und Holzverbrauch zu erhalten, führt dieses Projekt eine umfassende, lebenszyklus- und szenariobasierte Bewertung der Treibhausgasemissionen von Wald- und Holzbiomasse durch. Die Ergebnisse der Folgenabschätzung werden mit den Ergebnissen der Lebenszyklusbewertung der Substitutionseffekte spezifisch definierter forstbasierter funktioneller Einheiten integriert. Die Kombination der beiden Schätzungen und der Vergleich illustrativer Szenarien bietet Aufschluss nicht nur über die Größenordnungen der Substitutions- und Kohlenstoffauswirkungen auf die Wälder geben, sondern auch über die Auswirkungen auf den Handel und die Emissionen außerhalb der EU-Grenzen. Dies wird durch die Verknüpfung mehrerer Modelle ermöglicht: ein partielles Gleichgewichtsmodell (GLOBIOM), ein Waldkohlenstoffmodell (G4M), ein Holzproduktkohlenstoffmodell zur Verfolgung und Schätzung der Kohlenstoffbestände von HWP (C-HWP) und ein Substitutionsmodell. Die Ergebnisse der Szenarien werden im Hinblick auf Nachhaltigkeitsaspekte, die Lebensdauer von Produkten, den Wettbewerb zwischen forstwirtschaftlichen Produkten und Substituten, Rückkopplungsschleifen und Kaskadeneffekte für forstwirtschaftliche Ressourcen zwischen verschiedenen Wertschöpfungsketten und Interaktionen mit anderen Sektoren analysiert. In einer detaillierten politischen Analyse, die eng mit der quantitativen Bewertung verknüpft ist, werden bestehende und künftige politische Maßnahmen ermittelt, die das Potenzial haben, die Netto-THG-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu senken, und die die Ströme von forstlicher Biomasse und die Verbrauchsmuster wirksam und effizient verändern könnten, um so den Klimanutzen der Produktion und Nutzung von Wäldern und Holz langfristig zu maximieren.

 

Mehr Informationen zum Projekt

Projektstatus

Projektende: 2016

Projektleitung

Auftraggeber

Europäische Kommission, Generaldirektion Klimaschutz

Projektpartner

International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA)
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Dr. Frank Werner - Environment and Development
Institut Technologique Forêt Cellulose Bois-construction Aménagement (FCBA)