Zu Weihnachten effiziente Technik verschenken

28.11.2012

Wer zu Weihnachten digitale Technik wie externe Festplatten verschenken oder sich selbst ein Heimnetzwerk spendieren will, sollte auf effiziente Geräte setzen.

Datenzentrale für Zuhause – effizient und kostengünstig

Kleine Netzwerkspeicher erlauben die digitale Vernetzung verschiedener Geräte zu Hause. Sie verbinden verschiedene Computer, internetfähige Fernseher und mobile Geräte miteinander und machen zudem die Speicherung großer Datenmengen auf bis zu vier Festplatten möglich. Wer solche Funktionen intensiv zu Hause nutzt, sollte seine Daten auf besonders effizienten lokalen Netzwerkspeichern ablegen.

Kleine Netzwerkspeicher: Kriterien für den umweltbewussten Einkauf

Das Öko-Institut hat im Rahmen des Projektes „Top 100“, in dem Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ entwickelt werden, Empfehlungen für den Einkauf kleiner Netzwerkspeicher abgeleitet.

Ran Liu, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Öko-Institut, rät: „Beim Kauf sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auf den Stromverbrauch der Geräte achten. Ein energieeffizienter Netzwerkspeicher mit zwei Festplatten verbraucht maximal 58 Kilowattstunden pro Jahr. Ineffiziente Geräte können dagegen leicht das Doppelte verbrauchen.“

Die Geräte sollten über einen Netzwerk-Standby verfügen, der nicht mehr als vier Watt verbraucht und sie müssen leise im Betrieb sein.

Externe Festplatten für die Datensicherung

„Wer hingegen in erster Linie Daten speichert, ohne verschiedene Geräte zu vernetzen, sollte auf einfache externe Festplatten zurückgreifen“, so Liu weiter. Die Archivierung großer Datenmengen kann mit ihnen problemlos gemeistert werden und sie benötigen nur dann Energie wenn sie auch wirklich genutzt werden. Auch hier empfiehlt das Öko-Institut, auf energieeffiziente und geräuscharme Modelle zu setzen.

So seien die kleineren 2,5 Zoll-Modelle vorzuziehen, da sie etwa zwei Drittel Strom weniger benötigen als die 3,5 Zoll-Festplatten. Zudem sind sie in der Regel leiser im Betrieb. Energiesparende Modelle können leicht am USB-Kabel erkannt werden. Werden die Festplatten ausschließlich über einen einzelnen USB-Port mit Strom versorgt, so kann deren Leistungsaufnahme nicht den empfohlenen Wert von 2,5 Watt überschreiten.

PROSA – Methode für die Kriterienentwicklung für Umweltkennzeichnung

Für die Ableitung von Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ prüfen die am Forschungsprojekt beteiligten Institute gemäß ISO 14024, welche Umweltauswirkungen für die potenzielle Vergabe eines Klimaschutz-Umweltzeichens relevant sind. Neben dem Energieverbrauch und dem Treibhausgasausstoß werden weitere wichtige Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte analysiert wie die umweltgerechte Produktion, die Schadstofffreiheit, der Gesundheits- und Arbeitsschutz, die Reparaturfreundlichkeit oder die Recyclingfähigkeit.

Grundlage für die Kriterienentwicklung ist jeweils eine Nachhaltigkeitsanalyse mit der vom Öko-Institut entwickelten Methode PROSA (Product Sustainability Assessment). Ausgehend von einer Marktanalyse beinhaltet PROSA eine vereinfachte Ökobilanz an repräsentativen Produkten, die Berechnung typischer Lebenszykluskosten und eine Nutzenanalyse der Produktgruppe. Entlang des Produktlebensweges werden Nachhaltigkeitsaspekte untersucht, die besonderen Hot-Spots des Produktes identifiziert und daraus Vergabekriterien abgeleitet.

Nachtrag 03.12.2012: Nach dem Versand der Pressemitteilung vom 28. November 2012 haben wir Hinweise erhalten, dass die angestellten Vergleichswerte zur Klimabilanz von Kleinen Netzwerkspeichern (NAS) und Online-Speichern („Cloud“) zu hinterfragen seien. Wir bedanken uns für die kritische Diskussion und möchten mit dem Papier „Erläuterungen zur Pressemitteilung ‚Zu Weihnachten effiziente Technik verschenken‘“ darlegen, mit welchen Daten das Institut gerechnet hat. Zugleich halten wir fest, dass die genannte Höhe der Treibhausgas-(THG)-Emissionen für Online-Speicher nicht aufrechterhalten werden kann. Nach nochmaliger Prüfung haben wir die zugrunde gelegte Datenbasis kritisch hinterfragt und kommen zu dem Schluss, dass sie nicht geeignet ist, detaillierte Auskunft über die THG-Bilanz von Online-Speichern zu geben. Dazu besteht weiterhin ausführlicher Forschungsbedarf; den Vergleich zu unserer THG-Bilanz der NAS ziehen wir hiermit ausdrücklich zurück.

Weitere Informationen

Erläuterungen zur Pressemeldung „Zu Weihnachten effiziente Technik verschenken“ vom 28.11.2012

Ursprüngliche Pressemeldung „Zu Weihnachten effiziente Technik verschenken“ vom 28.11.2012

Nachtrag 29.11.2012: Zu den Vergleichszahlen der Lebenszyklusanalysen (LCA) von kleinen Heimnetzwerken (NAS) und Onlinespeichern (Cloud) haben wir zahlreiche Nachfragen erhalten. Aus diesem Grund prüfen wir in einem zusätzlichen Plausibilitätstest die Zahlen der LCA-Analyse nach und werden schnellstmöglich und ausführlich die Daten und Berechnungen erläutern.

Weitere Informationen

Vergabegrundlage des Blauen Engels für „Externe Festplatten“ (RAL-UZ 162)

Vergabegrundlage des Blauen Engels für „Kleine Netzwerkspeicher“: Veröffentlichung voraussichtlich Januar 2013 auf www.blauer-engel.de

Informationen zum Blauen Engel mit dem Zusatz „Schützt das Klima“ und nachhaltigen Konsum auf der Website des Öko-Instituts

Projektleitung „Top 100 – Umweltzeichen für klimarelevante Produkte“ und Ansprechpartner am Öko-Institut

Jens Gröger
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Produkte & Stoffströme
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Telefon: +49 30 405085-378
E-Mail: j.groeger--at--oeko.de

Das Projekt Top 100 – Umweltzeichen für klimarelevante Produkte wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Neues vom Öko-Institut auf Twitter: twitter.com/oekoinstitut

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