Klimasensitive Waldmodellierung
Mandy Schoßig
Der Wald steht unter Druck. Einerseits ist er den Folgen des Klimawandels besonders ausgesetzt – Extremwetterereignisse wie Stürme oder Dürren haben ihn bereits erheblich geschädigt. Gleichzeitig spielt er eine wichtige Rolle als Kohlenstoffspeicher und Rohstoffquelle. Das Projekt DIFENs hat Holznachfrage, Klimawandelfolgen und Waldbewirtschaftung integriert betrachtet. Untersucht wurde unter anderem, wie sich die Holznachfrage entwickeln wird: Sie steigt kontinuierlich für die stoffliche Nutzung, so etwa als Baustoff, für die energetische Nutzung nimmt sie hingegen deutlich ab. „Diese Annahmen haben wir in das Waldentwicklungsmodell FABio-Forest gegeben, um zu untersuchen, inwieweit die deutschen Wälder in Anbetracht des Klimawandels diese Nachfrage bedienen können“, sagt Dr. Hannes Böttcher, Waldexperte am Öko-Institut. „Dabei zeigte sich, dass durch häufigere Extremwetterereignisse vor allem der Zuwachs von Nadelholz erheblich sinkt. Die Folgen: Der Wald wird von einer CO2-Senke zur CO2-Quelle. Außerdem kann ab 2040 die Nachfrage nach Nadelholz nicht mehr aus dem Inland gedeckt werden.“ Entschärfen könne man diese Situation durch eine optimierte Holzverwendung, so etwa durch stärkere Nutzung von Altholz. „Schaffen wir es zudem, mehr Laubholz in den Kreislauf der stofflichen Nutzung zu bringen und dafür weniger direkt als Feuerholz zu verbrennen, kann die Holzangebotslücke weiter verringert werden.“ Die klimasensitive Modellierung der Waldentwicklung sei für die Forstwirtschaft sehr wertvoll, betont der Gruppenleiter Biogene Ressourcen & Landnutzung. „Es ist wichtig, die Wirkung des Klimawandels auf die Waldentwicklung zu berücksichtigen. Aufgrund der Unsicherheiten am besten mit unterschiedlichen Modellen, um Richtungssicherheit zu bekommen.“
Das Projekt DIFENs wurde durch das Bundesumweltministerium sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert und gemeinsam mit der INFRO e. K., dem ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung sowie dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung umgesetzt.