Ausgabe: Juni 2018, Wissen und Wissenschaft – Fakten zu Alternativen statt alternative Fakten


Arbeit / Rückblick

Senken, speichern, sparen

Der Stromspar-Speicherrechner

Viele Haushalte machen sie bereits vor: Die Energiewende in den eigenen vier Wänden. Sie investieren in Solaranlagen und installieren Batteriespeicher für eine unabhängige Energieversorgung. „Wer seine Stromkosten deutlich senken will, sollte darüber hinaus in Stromsparmaßnahmen investieren“, sagt Kathrin Graulich vom Öko-Institut. Ein neues digitales Beratungstool verdeutlicht den hohen Einfluss von Stromsparmaßnahmen: Der Stromspar-Speicherrechner, den das Öko-Institut gemeinsam mit dem Büro Ö-Quadrat entwickelt hat, kombiniert die Investitionen für Batteriespeicher mit jenen für mehr Effizienz im Haushalt. Hier zeigt sich zum Beispiel: Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) kann über einen Zeitraum von 20 Jahren rund 4.000 Euro einsparen, wenn eine sechs Kilowatt Peak Photovoltaik-Anlage und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von vier Kilowattstunden kombiniert werden. Wer gleichzeitig in effizientere Geräte investiert und den Stromverbrauch um 1.000 kWh senkt, kann den wirtschaftlichen Vorteil sogar verdoppeln. „Bei einer Reduzierung des Stromverbrauchs um die Hälfte kann ein Privathaushalt in diesem Zeitraum sogar 10.000 Euro einsparen“, so die stellvertretende Leiterin des Bereichs Produkte & Stoffströme am Öko-Institut.

Entstanden ist der Excel-basierte Stromspar-Rechner im Rahmen einer Analyse zur Bürgerbeteiligung an der Energiewende, er wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und steht unter www.ecotopten.de/strom/tipps-fuer-solar-batteriespeicher kostenlos zur Verfügung. Genutzt werden kann er unter anderem auch von Verbraucherberatungen, Anbietern von Solar-Batteriespeichern oder Energieversorgern. „Eine wichtige Zielgruppe sind für uns private Haushalte mit mittlerem und höherem Einkommen, die bisher einen hohen Stromverbrauch, aber keinen finanziellen Druck zum Stromsparen haben“, so die Projektleiterin vom Öko-Institut, „viele dieser Haushalte wollen aber etwas für die Energiewende tun.“ Und eine Minderung des Stromverbrauchs lohnt sich schließlich nicht nur aus Kostengründen. „Die Verbraucherinnen und Verbraucher tragen so zum Ziel der Bundesregierung, den Stromverbrauch in Deutschland bis 2050 um 25 Prozent gegenüber 2008 zu senken, und damit zur Energiewende bei.“

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