Ausgabe: Juni 2019, Weniger Emissionen, mehr Lebensqualität – Wie wird der Verkehr nachhaltig?


Arbeit / Aktuell

Umweltverträgliche Infrastruktur

Der Ausbau von Höchstspannungsleitungen

Im Zuge der Energiewende ändert sich die Art, wie hierzulande Strom erzeugt wird – weg von konventionellen Kraftwerken, hin zu regenerativen Energieanlagen. Sie werden dort errichtet, wo die höchsten Erträge und die größte Akzeptanz zu erwarten sind – das ist etwa im Fall der Windenergie stärker im Norden Deutschlands und damit in der Tendenz lastfern, also weiter vom Verbrauch entfernt. „Im Zuge dessen wächst auch der Bedarf, Strom zu übertragen und das Höchstspannungsnetz auszubauen“, sagt Jürgen Sutter vom Öko-Institut, „so sollen laut Bundesbedarfsplangesetz bis 2024 rund 2.500 Kilometer neue Höchstspannungsleitungen gebaut und gut 3.000 Kilometer optimiert werden.“

Anders als in Dänemark oder auch Großbritannien wurden jedoch die Umweltauswirkungen eines solchen Um- und Ausbaus bisher nicht in einer systematischen Lebenszyklusbetrachtung analysiert. Hier setzt das Projekt „Ökobilanzielle Untersuchung von Höchstspannungsleitungen in Deutschland“ an. Im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht das Öko-Institut noch bis Juli 2020 die ökologischen Folgen des Ausbaus der Stromnetzinfrastruktur. „Ziel ist es, eine fundierte Wissensbasis über die Energie- und Materialbilanz sowie weitere Umweltwirkungen aufzubauen und so einen umweltverträglichen Netzausbau zu gewährleisten“, sagt der Experte aus dem Bereich Ressourcen & Mobilität.

Hierfür identifizieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die elementaren, derzeit verbreiteten sowie zukünftigen Leitungstechniken auf Höchstspannungsebene. Zudem stellen sie die Energie- und Massenbilanz sowie die Umweltauswirkungen der Höchstspannungsleitungen entlang des gesamten Lebensweges dar. „Wir vergleichen darüber hinaus die Umweltauswirkungen verschiedener Leitungstechnologien – dabei analysieren wir jeweils vier Freileitungs-, Erdkabel- und Seekabelvarianten.“ Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen leitet das Projektteam zudem umweltpolitischen Handlungsbedarf ab und verdeutlicht Optimierungspotenziale.

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartner am Öko-Institut
Jürgen Sutter
Ressourcen & Mobilität
Büro Darmstadt
Tel.: +49 6151 8191-152
Fax: +49 6151 8191-133
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