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Ausgabe Juni 2019

Weniger Emissionen, mehr Lebensqualität

Wie wird der Verkehr nachhaltig?

Editorial


Wege aus dem Verkehrskollaps

Das Vorwort von Anke Herold, Geschäftsführerin des Öko-Instituts

Wer in einer Großstadt oder einem Ballungsraum lebt, kann täglich beobachten, dass unser Verkehrssystem vielerorts vor dem Kollaps steht. Auch in meiner Heimatstadt Berlin ist das so. Jeden Morgen fahre ich mit dem Fahrrad an kilometerlangen Blechlawinen vorbei, die sich, Stoßstange an Stoßstange, durch die Stadt schieben. Die Zahl der Stunden, die viele Menschen in München, Berlin oder Hamburg im Stau verbringen, steigt jedes Jahr weiter an. Das ist eine Katastrophe nicht nur fürs Klima. Sondern ebenso für die Lebensqualität, die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen. Wir kommen um eine Verlagerung des Verkehrs nicht herum. Weg vom Auto, hin zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln wie Fahrrädern, E-Bikes und natürlich auch zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Dafür brauchen wir auch Beschränkungen für den Autoverkehr, nicht zuletzt des Parkraums. Einige progressive Städte...

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Wege aus dem Verkehrskollaps

Im Fokus


Ein Quartier für die Zukunft

Die Lincoln-Siedlung in Darmstadt

Kurz nachdem die ersten Umzugskisten in die Lincoln-Siedlung getragen wurden, war nicht nur die Straßenbahnhaltestelle fertig. Fast das gesamte, nachhaltige Mobilitätsangebot stand in diesem neu entstehenden Quartier im Süden Darmstadts bereits zur Verfügung, so feste Plätze für Carsharing und ein Bike-Sharing-Angebot. Seit 2018 gehört auch ein Lastenfahrrad-System dazu. „Es war wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner vom ersten Tag an auf attraktive Mobilitätsoptionen... mehr

Ein Quartier für die Zukunft

Im Stau

Wie gelingt die Verkehrswende?

Wer wissen will, wie es um die deutsche Verkehrswende bestellt ist, muss nur eine Suchmaschine mit den Worten „Klimaschutz“ und „Verkehrssektor“ füttern. Vom „Sorgenkind Verkehr“ ist schnell zu lesen, von den notwendigen „erheblichen politischen Umsteuerungen“ und auch dem erforderlichen „radikalen Wandel“. Denn: Zum Klimaschutz trägt der Verkehrssektor bislang nichts bei. Seine Emissionen lagen 2018 mit rund 163 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten auf dem Niveau von 1990. Dabei... mehr

Im Stau

Nachhaltig mobil sein

Neue Mobilitätskonzepte als Beitrag zur Verkehrswende

Mehr Verkehr in Deutschland muss verlagert werden – weg vom eigenen Pkw, hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zum Fuß- und Radverkehr. Nur so wird nachhaltige Mobilität auch in Städten möglich, für die Carsharing ebenso eine wichtige Rolle spielen kann. Für diese Verlagerung genügt nicht eine einzelne Maßnahme, viele unterschiedliche Instrumente sind notwendig (siehe dazu auch „Im Stau“ auf Seite 8). Denn ein nachhaltigeres Verkehrsverhalten muss gefördert und gefordert, durch... mehr

Nachhaltig mobil sein

„Eine branchenübergreifende Zusammenarbeit ist wichtig und wertvoll.“

Interview mit Sabine Nallinger (Stiftung 2°)

Es genügt nicht eine einzelne Maßnahme. Es genügt nicht ein einzelner Akteur. Soll die Verkehrswende gelingen, müssen alle handeln. Privatpersonen und Politik ebenso wie Wissenschaft oder natürlich auch die Wirtschaft. Sabine Nallinger ist Vorständin der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz. Im Gespräch mit eco@work erklärt sie, wo aus unternehmerischer Sicht der größte Handlungsdruck besteht, was die Betriebe konkret für mehr Nachhaltigkeit tun können und wie... mehr

„Eine branchenübergreifende Zusammenarbeit ist wichtig und wertvoll.“

Porträt

Anne Klein-Hitpaß (Agora Verkehrswende)

Autos belegen wertvolle Flächen. Doch wie groß die sind? Das weiß niemand so genau. „Es ist doch bemerkenswert, dass deutsche... mehr

Porträt

Porträt

Dr. Heike van Hoorn (DVF)

Wenn sie über Effizienz spricht oder über Klimaschutz, spricht sie nicht für einen einzelnen Verkehrsträger. Dann denkt sie an... mehr

Porträt

Porträt

Annemarie Rost (Öko-Institut)

Bei Eis und Schnee lässt auch sie ihr Rennrad stehen. Doch sonst ist das Zweirad das liebste Fortbewegungsmittel von Annemarie... mehr

Porträt

Arbeit / Aktuell


Umweltverträgliche Infrastruktur

Der Ausbau von Höchstspannungsleitungen

Im Zuge der Energiewende ändert sich die Art, wie hierzulande Strom erzeugt wird – weg von konventionellen Kraftwerken, hin zu regenerativen Energieanlagen. Sie werden dort errichtet, wo die höchsten Erträge und die größte Akzeptanz zu erwarten sind – das ist etwa im Fall der Windenergie stärker im Norden Deutschlands und damit in der Tendenz lastfern, also weiter vom Verbrauch entfernt. „Im Zuge dessen wächst auch der Bedarf, Strom zu übertragen und das Höchstspannungsnetz... mehr

Umweltverträgliche Infrastruktur

NANORIGO

Entscheidungen unterstützen

Nanotechnologien werden viele Chancen für eine nachhaltige Zukunft zugeschrieben – so können sie dabei helfen, Ressourcen einzusparen oder die Energieeffizienz zu verbessern. Jedoch kann die Nutzung nanoskaliger Werkstoffe auch unerwünschte Auswirkungen mit sich bringen. „Trotz umfangreicher Studien ist es schwierig, die Risiken richtig einzuschätzen, um angemessene Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt zu ergreifen“ sagt Dr. Andreas Köhler vom Öko-Institut. Hier setzt das... mehr

NANORIGO

Expertise für Europa

Arbeit für die EEA

Die Europäische Umweltagentur (EEA) liefert politischen Akteuren und der Öffentlichkeit Informationen zu Umwelthemen, als Grundlage für fundierte Entscheidungen für eine nachhaltige Entwicklung. Sie wird von European Topic Centern unterstützt, die aus Konsortien verschiedener Institutionen bestehen. Anfang 2019 startete das European Topic Centre on Climate Change Mitigation and Energy (ETC/CME), das sich mit Klimaschutz und Energie befasst. Das Öko-Institut unterstützt die EEA... mehr

Expertise für Europa

Umweltpolitiktransfer

Erfahrungen wirkungsvoll weitergeben

Deutschland verfügt über langjährige und vielfältige Erfahrungen in der Umweltpolitik. Mit verschiedenen Förderinstrumenten unterstützt die Regierung den Transfer solcher Erfahrungen in Partnerländer. Bei Umweltpolitiktransfer kann es um Politikziele und -konzepte, aber auch um konkrete Instrumente und ihre Umsetzung gehen, die vor Ort wiederum zur Gestaltung größerer Transformationsprozesse beitragen können. Im Projekt „Identifizierung und Systematisierung der Erfolgsfaktoren... mehr

Umweltpolitiktransfer

Verkehrswende – sozial ausgewogen

Wirkungen und Kosten

Bei der Frage nach mehr Klimaschutz im Verkehr liegt der Blick meist auf möglichen Emissionsminderungen. Damit entsprechende Maßnahmen akzeptiert und politisch umgesetzt werden können, müssen aber auch soziale Wirkungen und volkswirtschaftliche Kosten berücksichtigt werden. Im Projekt „Verkehrswende sozial ausgewogen gestalten“, das noch bis Ende des Jahres läuft, analysiert das Öko-Institut daher die Verteilungswirkungen und Kosten von relevanten Klimaschutzinstrumenten im... mehr

Verkehrswende – sozial ausgewogen

Arbeit / Rückblick


Lang lebe die Langlebigkeit!

Welche Rolle spielen gut verständliche Produktinformationen?

Wie lang hält das technische Gerät? Kann es repariert werden? Und sind Ersatzteile lang genug verfügbar? Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher solche Informationen erhalten, sind sie bereit, einen höheren Preis in Kauf zu nehmen und sich für langlebigere und reparaturfreundlichere Geräte zu entscheiden. Das zeigt eine Umfrage des Öko-Instituts unter 2.000 Verbraucherinnen und Verbrauchern im Auftrag des Umweltbundesamtes. „Wir wollten für vier Produktgruppen – Notebooks,... mehr

Lang lebe die Langlebigkeit!

PBT – Die Regulierung von gefährlichen Chemikalien

Unerwünscht: Persistenz in der Umwelt und Anreicherung

Viele Chemikalien werden gut abgebaut, wenn sie in die Umwelt gelangen. Manche jedoch nicht: Sie sind beständig, „persistent“. Ein Beispiel ist HBCDD. Dieser Stoff wurde lange als Flammschutzmittel eingesetzt, ist sehr persistent und sehr bioakkumulativ, kann sich in Lebewesen anreichern. Durch die Anreicherung können auch bei kleinen Freisetzungen über längere Zeiträume schädliche Konzentrationen entstehen. Ein wichtiges Ziel der europäischen Chemikalienverordnung REACH ist es... mehr

PBT – Die Regulierung von gefährlichen Chemikalien

Risiken der Palmölproduktion

Fallstudie in Indonesien

Der Anbau von so genannten biogenen Rohstoffen ist häufig mit schwerwiegenden ökologischen und sozialen Risiken verbunden – so etwa mit Blick auf den Einsatz von Pestiziden beim Baumwollanbau oder die Abholzung von Wäldern für Palmöl-Plantagen. Mit Partnerinnen und Partnern vor Ort will das Projekt „Bioökonomische Macht in globalen Lieferketten (Bio-Macht)“ diesen Risiken begegnen. Dafür widmen sich das Öko-Institut und die Universität Freiburg in drei Fallstudien dem... mehr

Risiken der Palmölproduktion

Zu wenig Klimaschutz kostet

Verteilung der Minderungsanstrengungen

Nicht alle Treibhausgasemissionen sind in Europa im Emissionshandel berücksichtigt. Daher sieht die EU-Gesetzgebung vor, dass die Mitgliedsstaaten Budgets für die dort nicht erfassten Emissionen erhalten. „Diese Verteilung der Minderungsanstrengungen nennt man Effort Sharing“, erklärt Sabine Gores vom Öko-Institut, „sie betrifft zum Beispiel die Landwirtschaft und den Verkehrssektor.“ Hält ein Land sein Emissionsbudget nicht ein, muss es zusätzliche Berechtigungen kaufen. In der... mehr

Zu wenig Klimaschutz kostet

Perspektive


Klare Leitplanken

Aus der Arbeit der Kohlekommission

Die Stromerzeugung aus Kohle ist ein Auslaufmodell. Sie muss es sein, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen. Und endlich hat sie auch ein Enddatum: Zwischen 2035 und 2038 soll das letzte deutsche Kohlekraftwerk abgeschaltet werden. Das hat die so genannte Kohlekommission empfohlen, an der auch das Öko-Institut beteiligt war.

Das Enddatum selbst ist aus meiner Sicht aber gar nicht das Wichtigste an dem Kompromiss, den die Mitglieder aus Politik, Industrie, Wirtschaft,...

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Klare Leitplanken

Einblick


Transformation = [nachhaltig + digital]

Jahrestagung Digitalisierung in Berlin

Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Ein rein analoges Leben und Arbeiten sind kaum noch vorstellbar. Politisch und zivilgesellschaftlich wird diskutiert, wie wir die Entwicklung der Digitalisierung richtungsweisend beeinflussen können. Dabei bleibt der Nachhaltigkeitsgedanke oft außen vor. Das Öko-Institut möchte auf seiner diesjährigen Jahrestagung diskutieren, wie eine positive Gestaltung von Digitalisierung aus Nachhaltigkeitssicht aussehen soll. Dabei betrachten... mehr

Transformation = [nachhaltig + digital]

Vorstandswahl des Öko-Instituts

Wahl bei der Mitgliederversammlung in Darmstadt

Die Mitgliederversammlung hat am 15. Juni 2019 in Darmstadt einen Teil des externen Vorstands wiedergewählt. Prof. Dr. Gerald Kirchner, Thomas Rahner und Ulrike Schell wurden für zwei weitere Jahre bestätigt. Auch die auf der Mitgliederversammlung des vergangenen Jahres gewählten Personen gehören weiterhin dem Vorstand an. Zu den internen Mitgliedern zählen drei von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Standorten gewählte Vertretungen sowie ein Vertreter der erweiterten... mehr

Vorstandswahl des Öko-Instituts

Geht das eigentlich …

… Privathaushalte stärker beim Klimaschutz einzubinden?

Das geht nicht nur, das ist mit Blick auf den Gebäudesektor sogar dringend notwendig. Denn hier wird rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen verursacht – und zwar überwiegend durchs Heizen und den Warmwasserverbrauch. Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung soll bis 2050 ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand erreicht sein. Dazu sind nicht nur Gebäudehüllen umfassend zu dämmen, sondern auch die Heizungsanlagen weitestgehend auf CO2-freie Energieträger umzustellen. ... mehr

Geht das eigentlich …

Vorschau


Digitalisierung

Wie wird sie nachhaltig?

Bei der Arbeit, abends auf der Couch, mitten im Urlaub – unser Leben ist längst digital. Im Alltag ebenso wie in der Freizeit. Doch wie soll sich die Digitalisierung weiter entwickeln, wie soll sie unser Leben beeinflussen? Hier müssen nach wie vor viele richtungsweisende Entscheidungen getroffen werden. Auch die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung – ein Aspekt, der oft außen vor bleibt – muss dabei eine zentrale Rolle spielen. Die nächste Ausgabe der eco@work, die im September 2019...

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Digitalisierung

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