Ausgabe: September 2014, Verkehr und Klimaschutz – Wie gelingt nachhaltige Mobilität?


Arbeit / Aktuell

Klimaschutz im Luftverkehr

Gesucht: eine Einigung auf konkrete Maßnahmen

Die weltweiten Treibhausgasemissionen steigen nicht nur im Seeverkehr. Auch im Luftverkehr zeigt sich eine deutliche Erhöhung: Die jährlichen Wachstumsraten liegen hier zwischen vier und fünf Prozent. Zwar hat die International Civil Aviation Organization (ICAO) eine jährliche Effizienzsteigerung von zwei Prozent sowie die Beschränkung der Emissionen des Luftverkehrs auf den Stand von 2020 beschlossen, jedoch fehlen bislang konkrete und weltweit verbindliche Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.

Die EU hat bereits 2008 eine Integration des internationalen Luftverkehrs in das europäische Emissionshandelssystem (EU ETS) ab 2012 beschlossen und umgesetzt. Der Widerstand zahlreicher Entwicklungs- und Industrieländer gegen diesen Schritt ist groß, mehrere Staaten haben in der so genannten Moskauer Erklärung mitgeteilt, Maßnahmen gegen die Regelungen der EU zu ergreifen, gleichzeitig aber auch erneute Verhandlungen unter dem Dach der ICAO gefordert. Im Rahmen der High-Level Group on International Aviation and Climate Change (HGCC) werden nun drei Vorschläge für einen marktbasierten Mechanismus weiterentwickelt.

Für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) haben die Experten des Öko-Instituts in diesem Zusammenhang die Grundzüge eines weltweiten Offset-Systems entworfen, in dem Emissionsrechte nicht gehandelt, sondern entstandene Emissionen durch Emissionsreduktionszertifikate ausgeglichen werden müssen. Das Aviation Carbon Offset Scheme (ACOS) ist international anwendbar, berücksichtigt die spezifische Situation einzelner Staaten und gibt direkte Anreize zur Emissionsreduktion im Flugverkehr. Die ökologische Integrität des Systems wird durch die hohe Qualität der Offsetting-Zertifikate gesichert. Bis 2016 will die ICAO ein marktbasiertes System beschließen. Die Experten des Öko-Instituts werden den Prozess der Entscheidungsfindung für das BMUB begleiten sowie das ACOS-System weiter ausarbeiten und mit Zahlen unterlegen. cw

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Ansprechpartnerin am Öko-Institut

Sabine Gores
Senior Researcher im Institutsbereich Energie & Klimaschutz
Öko-Institut e.V., Büro Berlin

Tel.: +49 30 405085-380
s.gores--at--oeko.de 

Weitere Informationen des Öko-Instituts

Themenseite „Internationaler Klimaschutz am Öko-Institut“

Martin Cames, Experte für Energie & Klimaschutz: „Der internationale Flug- und Schiffsverkehr muss in einem Post-2012-Klimaschutzabkommen unbedingt erfasst werden.“

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