Ausgabe: März 2020, Unser Essen – eine Gefahr? – Nachhaltigkeit bei Ernährung und Landwirtschaft


Arbeit / Rückblick

Weniger Kohle für München

Die Verbrennung von Steinkohle reduziert sich im Norden Münchens deutlich: Die Stadtwerke München (SWM) müssen im Heizkraftwerk (HKW) Nord 2 so schnell wie möglich eine CO2-optimierte Fahrweise umsetzen, spätestens jedoch ab Mai 2020. Dies entschied der Münchner Stadtrat im November 2019. „Konkret heißt das, dass nur noch etwa die Hälfte der Kohlemenge verbrennt werden darf – 350.000 Tonnen statt bisher bis zu 800.000 Tonnen“, erklärt Christof Timpe vom Öko-Institut. „Es ist darüber hinaus nicht möglich, nicht genutzte Kohlemengen auf ein folgendes Kalenderjahr zu übertragen.“ Zusätzlich sollen die SWM prüfen, wie der Kohleblock vor 2028 abgeschaltet werden kann. Beim erfolgreichen Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle“ hatten die Münchnerinnen und Münchner bereits 2017 für eine Stilllegung bis Ende 2022 gestimmt. Dies wurde von den Stadtwerken aus rechtlichen Gründen und mit Verweis auf die Versorgungssicherheit zurückgewiesen.

Ein Beitrag für die jetzige Entscheidung war die Kommentierung des Gutachtens „Prüfung der Umsetzung des Bürgerbegehrens ‚Raus aus der Steinkohle’“, die das Öko-Institut für die Umweltinitiative Green City e.V. durchgeführt hat. „Unser Ausgangspunkt war ein Gutachten des TÜV Süd, das von der Landeshauptstadt München in Auftrag gegeben wurde und unter anderem Risiken für die Sicherheit der Fernwärmeversorgung benennt“, so der Leiter des Bereichs Energie & Klimaschutz in Freiburg und Darmstadt. „Unsere Analyse zeigt, dass der Kohleblock deutlich früher stillgelegt werden kann als 2028. Doch dafür müssen die Stadtwerke eine Alternative für die Absicherung der Fernwärme finden.“ Zu den Möglichkeiten gehören laut dem Kurzgutachten des Öko-Instituts, die geplante Stilllegung eines Gasheizwerks im Münchner Norden zu vermeiden oder neue Gasheizwerke zu errichten. „Die Entscheidung des Stadtrats ist eine vernünftige Lösung. Die Stadtwerke müssen jetzt aber ernsthaft und zügig die Alternativen entwickeln, damit der Kohleblock so früh wie möglich abgeschaltet werden kann“, so Timpe.

Weitere Informationen zum Artikel
Ansprechpartner am Öko-Institut
Christof Timpe
Energie & Klimaschutz
Geschäftsstelle Freiburg
Tel.: +49 761 45295-225
Fax: +49 761 45295-288
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