Ausgabe: März 2020, Unser Essen – eine Gefahr? – Nachhaltigkeit bei Ernährung und Landwirtschaft


Im Fokus

Porträt: Prof. Dr. Nina Langen (TU Berlin)

Manchmal muss man mit Tricks arbeiten. Das vegetarische Gericht an einer besonders beliebten Position in der Kantine anbieten zum Beispiel. Ihm einen außergewöhnlich wohlklingenden Namen geben. Oder es auf der Speisekarte ganz nach oben setzen. „Was die Menschen schlussendlich dazu bewegt, sich für ein nachhaltiges Gericht zu entscheiden, ist allerdings sehr unterschiedlich und hat viel mit persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen zu tun“, sagt Prof. Dr. Nina Langen, die an der Technischen Universität Berlin das Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft leitet. „Am zielführendsten ist es, verschiedene Maßnahmen auszuprobieren.“

Prof. Dr. Nina Langen hat in vielen Projekten erforscht, wie sich Menschen von nachhaltigem Essen überzeugen lassen. Dabei bemängelt sie den fehlenden Blick aufs große Ganze: „Ich beobachte Menschen beim Mittagessen, aber vielleicht ist der Salat, den sie dabei verspeisen, der einzige in der ganzen Woche. Sinnvoll fände ich Beobachtungen über einen längeren Zeitraum und dass man seine Annahmen dann im Gespräch mit den Menschen überprüft.“ Nicht nur, weil sie falsche Annahmen auch aus eigener Erfahrung kennt. „Viele denken, ich sei Vegetarierin, weil ich zu nachhaltigem Essen forsche. Dabei esse ich ab und zu gerne ein Stück Biofleisch.“

Zum Blogbeitrag "Wenn ein Gericht gut klingt, dann schmeckt es besser"

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Kontakt

Prof. Dr. Nina Langen
Technische Universität Berlin
Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre
Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft

Marchstraße 23, MAR 1-1
10587 Berlin

Tel.: +49 30 314 73366

nina.langen--at--tu-berlin.de

Zur Person

Die Agrarökonomin Prof. Dr. Nina Langen hat über ethischen Konsum promoviert. Vor ihrer Tätigkeit für die Technische Universität (TU) Berlin war sie im Produktmanagement bei Alnatura, als Projektleiterin bei der Verbraucherzentrale NRW sowie als Akademische Rätin an der Universität Bonn (Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik) tätig.

Seit 2016 leitet Prof. Dr. Nina Langen das Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft an der Technischen Universität (TU) Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen hier unter anderem auf Nachhaltigem Konsum und Konsumentenverhalten, Nachhaltigkeit im Bereich Lebensmittel und Lebensmittelverschwendung.

https://www.b-nerle.tu-berlin.de/menue/ueber_uns/team/prof_dr_nina_langen/

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